Mittwoch, April 30, 2008

Von Sanibel Island nach Orlando

[Orlando, 30. April 2008]

Hiho,

die Grüsse hier erreichen Euch aus Orlando, aus dem Staate Disney.
Stehengeblieben waren wir aber glaub ich noch auf Sanibel Island bei Fort Myers. Bevor ich Euch also vom amerikanischen Entertainment erzaehle, lasst mich noch ein wenig vom Strand erzählen.

Am letzten Tag in Sanibel liegen wir naemlich wie die Alligatoren in der Sonne und widmen wir uns ganz unseren Liegestühlen und unserer Körpertemperaturregulation, die sich wegen der frischen Brise und den Liegestühlen als nicht besoners schwierig gestalten.
Ferner eroertern wir Fragen wie: „wie werden Schwangere eigentlich am Rücken braun?“ (Liegestuhl-Bauchlage ist ja nicht mehr drin...). Fundamentale Diskussionen also.

Beim Schnorcheln und Muschel-Tauchen bekomme ich doch wirklich erneut Besuch von zwei Delphinen. Diesmal in mitten freier Natur. Von freien, wilden Tieren. Geil. In 1,5m zieht ein Tier im seichten Wasser einen Halbkreise um mich, haelt durchgaengig Augenkontakt mit dem bleichen dicken Deutschen und verschwindet wieder. Sanela kann das Ganze vom Strand weg beobachten.
*Affen-geil*.
Zum Sonnenuntergang ist der suedliche Teil der Insel abzufahren - das touristische Programm sieht Leuchtturm und Pier vor – dann gibt’s eine Pizza aus dem heimischen Backofen. Lecker.

Der naechste Morgen beginnt früh. Wir verlassen Sanibel Island und spielen in Cape Coral ein wenig den Location Scout für die naechsten Florida-Reisenden aus dem Remstal.
Ein Besuch im Edison Wintersitz noch und schon geht es weiter nach Norden, Sarasota, St. Petersburg. Ab in den Fort de Soto State Park auf einen traumhaft angelegten Campingplatz, direkt am Strand. Leider muessen wir in die zweite Reihe, nur noch zwei der 233 Plätze sind frei. Wow. Glück gehabt. Wir haben noch Zeit nach nebenan zu „America’s Beach of the Year 2005“, North Beach, zu fahren.

Zurueck am Campground schmeissen wir den Grill an. Unverschämt: auf dem Campground ist Alkohol verboten. Das kann ja wohl nur fuer Amis gelten, denn fuer Bayern ist Bier ein Lebensmittel. Ausserdem konsumiere ich deutsches Bier – Becks – das muss an Argumenten zum „ozopft is“ heute genuegen.
Also mit Bier ein ordentlicher Humpen Fleisch und ein paar Wiener fuer Sanela gegrillt.
Kurz vorm Essen werden wir überfallen. Und beraubt.
Aus der Luft.
Ja richtig, aus der Luft stuerzen sich mehrere Möwen im Sturzflug auf den Grill, eine greift sich geschickt eine Wurst mit ihren Krallen – trotz der irren Hitze vom Grill. Kaum zu glauben. Unter grossem Gezeter meinerseits wird fuer das Fleischfinale der Grill bewacht. Hätt ich ein Luftgewehr gäbs gebratenen Vogel als Nachgang! Die Möwen kreisen, kreischen und gackern – grad so als ob sie uns auslachen...
Nein. Doch – tatsaechlich: die scheissen auf mich! Im wahrsten Sinne des Wortes! Ein Treffer gelingt ihnen allerdings nicht.
Als das Essen verputzt ist, zischen die Piraten ab. Tststs. Tischmanieren sind das hier...

Bettruhe. Wieder wilde Träume auf der Ladefläche des Pickup.
Der Morgen beginnt mit einem Alarm. Und zwar von unserem Auto. Sanela will mir zeigen, wie man die Tür aufkriegt ohne vorher mit dem Schluessel zu entsichern. Also geht schalled unser Einbruchsalarm als Weckglocke fuer den ganzen Camppingplatz los. Und Marc schiesst durch den Wagen um mit dem Schluessel den Alarm zu entschaerfen.
So – alle wach? Dann koennen wir ja fahren.
Was wir auch tun, und zwar schauen wir uns den Pier des nahe gelegenen St. Petersburg an.

Und treffen doch tatsaechlich Landsmaenner, zumindest wenn man nach den Autokennzeichen schliesst.
Auf der Auffahrt zum Pier machen sich naemlich VW Bastler fuer eine Parade bereit. Und da stehen sie dann, Manta an Kübel, VW Käfer an VW Bully. Zum Teil total liebevoll umgebaut. Einfach geil.

Weiter geht’s nach Tampa. Die zur Zeit wohl der Boom Town in Florida. Was man auch am Stadtbild merkt. Es existiert kein kulturelles Z
entrum, City Center oder ähnliches. Sicher, Downtown existiert auch hier – aber keine Geschäftsmeile Ladenzeile geschweige denn eine Fussgaengerzone, nur Buerokomplex an Bürokomplex. In der Stadtpampa.
Schliesslich finden wir doch noch was nettes, das sogenannte Ibor City. Hier standen frueher die ganzen Zigarrenfabriken wo hunderte Exilkubaner den ganzen Tag gerollt haben. Jetzt wird es als Vergnuegungsmeile ausgebaut. Neben Nachtclubs, Starbucks und Pubs sieht man immer noch Leute rollen in und vor Zigarrenlaeden. Ja tatsaechlich die verschiedenen zweigeschoessigen Ziegelbauten verspruehen Flair.

Auch geil: am Museum of Modern Arts sehen wir eine kubanische Hochzeitsgesellschaft. Die Jungs alle im Al Capone Look mit Hut und Hutband sowie Stock und die Mädels alle im gleichen blaugrauen Kleid. Cool. Direkt nebenan ein amerikanischer Highschool Abschlussball: die Mädels auf Teufel-komm-raus aufgestyled, gepudert, auf hohen Hacken und im glaenzenden Ballkleid. Nur an den groellenden, bierberauschten danebenstehenden Bubis sieht man in welcher Altersklasse hier gespielt wird...

In unserem Motel koennen wir die Schreie der Leute aus dem angrenzenden Bushgardens Vergnuegungspark hoeren. Sozusagen als Einstimmung fuer das was wir die naechsten Tage vorhaben: wir naehern uns Orlando, dem Heim von DisneyWorld.
Schon bei der Anfahrt wird klar, das wir es hier mit einem Vergnuegungspark der Superlative zu tun haben. Dias Gewirr an Autobahnzu-, Ab-, Auf und Durchfahrten gleichen Irrgarten, teilweise auch einer Achterbahn. Ganz zu schweigen von der umliegenden Peripherie und Infrastruktur. Der Reisefuehrer spricht von 80.000 Betten und bis zu 150.000 Besuchern pro Tag. Holy Cow.
Wir lassen es langsam angehen und suchen uns erst mal einen Schlafplatz.

Sanela hat im übrigen hier in Florida einen Heisshunger entwickelt. Auf Coupon-Hefte. Das sind die Broschueren, in denen Gutscheine fuer Hotels abgedruckt sind, mit denen man zum Teil deutlich verguenstig unterkommt.
Hier hat Sanela sich in letzter Zeit zum wahren Profi entwickelt. Kein Coupon oder Flyerstaender in keinem Motel/Hotel/Touristeninfo-Eingangsbereich in dem Sanela nicht haengenbleibt und uns mit Heften Flyer, Infobroschueren versorgt. Der Beifahrerfussraum des Chevys sieht inzwischen aus wie der Sammelcontainer bei der Altpapiersammlung des SV Remshaldens.
Aber, so kommen wir die naechsten Tage fuer nicht mal 33 Bucks keine 3 Meilen vom Park unter. Auch auf die gerade „genossene“ Adventure-Dinnershow „The Pirates“ gibt’s 10$ Abschlag. Da soll sich noch mal jemand lustig machen!
Jo genau: die Dinnershow: Angeprisen als „“ sitzen wir eingepfercht wie die Kuehe im Stall alle nebeneinander und schauen auf ein stylisiertes Piratenschiff. Den Halfter laesst man weg und an meinen Nippel zieht auch keiner. Immerhin: Ab und an laeuft mal einer vorbei und wirft uns was aus einem grossen Bottich auf die (Plastik-)teller im Porzellanlook. Endlich wieder wie bei der Bundeswehr aus dem grossen Topf nen Kellenschlag auf den Teller!
Highlights: Im Vorprogramm muss Sanela mit auf die Buehne und Billigzaubertricks würzen. Und: am besten geschmeckt von dem ganzen Essen hat...
... die Cola. Genau richtig temperiert, dunkel in der Farbe mit diesem einzigartigen Colageschmak. Sprich: so wie immer. Alles andere war übel. Gehäkselter Fertigsalat, kaltes Hühnchen und verkochte Shrimp an Dosengemüse. „Excellent“. Dazu entweder Leichtbierpansche oder suesser Roseewein a la 5l Sangria Pennerglück.
Genauso die Show. Zum Gaehnen langweilig. Schlechtchoreografierte Prügeleien auf dem Schiff, mal mittschiffs, dann auf dem Vordeck und ja sogar am Mast. Die (Ein-)Schlaege mehr oder weniger passend im Comicstil synchronisiert vom Tonband.
Wuuuhaaa. Die Amis um uns rum sind begeistert.
Naja vielleicht sind auch wir die Banausen.

Die letzten beiden Tage dann Disneyworld. Wir schauen uns zwei der sieben(!) Disney Parks an. Magic Kingdom (wohl eher was für Kleine) und Epcot (für grosse Kinder). Nähere Ausführungen erspare ich Euch. Unsere Top10 gibts dennoch:
- Soarin (Epcot)
- Mission Space (Epcot)
- Mickey's Philharmagic (MK)
- Turtle talk with Crush (Epcot)
- Germany (Worldshowcase/Epcot)
- Honey I shrunk the audience (Epcot)
- Space Mountain (MK)
- Big Thunder Mountain (MK)
- It's a small world (MK)
- Impressions of France (Worldshowcase/Epcot)

Auch schoen ist das Feuerwerk zum Parkschluss um 21.00h

Schluss ist das Stichwort. Schluss mit dem Eintrag in den Blog. Weiter gehts zur Ostküste Floridas!

Liebe Grüsse,
S/C&M

P.S. Chilli haben die Freizeitparks gut gefallen - er meldet sich jetzt ab und an naemlich selbst zu Wort! Sanela meint, es fühlt sich an wie Schluckauf.

Donnerstag, April 24, 2008

Sunshine State

[Sanibel Island, 24.April 2008]

Wowowiewa, das ist Urlaub!

Wir sind auf Sanibel Island; wollten eigentlich Campen doch die zuvorkommende Dame im Visitor Center hat es wohl äußerst romantisch mit uns Zweieinhalben genommen und uns an ein kleines verschlafenes Bungalow Hotel direkt am Meer weitergeschoben.

Hier haben wir direkt am Strand einen eigenen Bungalow bezogen, total idyllisch mit eigener Veranda, Küche, Wohn, Schlaf- und Essraum. Wow. Vor der Hütte, der die Insel umlaufende, traumhaft weisse, puderzuckerfeine Sandstrand, weswegen das Ding hier auch häufig Southseabeach („Südseestrand“) genannt wird.

Auf der Insel sind keine Hochhausbauten zu finden, auch gibt’s ne Menge Fahrradwege und selbst die in Amerika allgegenwaertigen, fetten Reklameschilder sind hier auf der Insel fast nicht und wenn doch, dann sehr dezent present.

Anstatt mit dem Fahrrad, erkunden wir die Insel mit unserem Wagen. Wir kaufen ein wenig ein, denn wir haben Nudelentzug und die eigene Küche verspricht Abhilfe... Dann fahren wir die paar Sehenswürdigkeiten ab. U.a. eine total schoene kleine Kapelle, die ebenfalls direkt am Strand liegt („Chapel by the beach“). Angrenzend ein irrer kleiner Friedhof, unter Palmen, nur Grabsteine im Boden eingelassen. Für den Notar: wenn Sanela mal in Florida stirbt, will sie hier am Strand unter Palmen begraben werden.

Danach machen wir das, wofuer hier die Meisten herkommen: klassisch am Strand liegen. Der Strand ist aber auch toll. Ideal fuer Kids - lang und ganz sanft abfallend - mit einem Haufen Fische und Pelikanen, sowie 1a Temperaturen da immer eine Brise geht.
Und: wir haben noch nie einen Strand mit mehr und schoeneren, weil intakten Muscheln gesehen. Auch der eine oder andere Seestern ist zu sehen. Daher, Moritz und Ingo: los geht’s mit den Kids zum Muscheln sammeln und Strandburgen bauen! Vielleicht schaut bei Euch ja auch, wie bei uns heute, ein Delphin in der Abendsonne beim Strandspaziergang - Marc mit ner Havanna & Sanela mit Marc im Arm - vorbei...

Mittwoch, April 23, 2008

Heuschrecken beim Shoppen

[Ft. Myers, 22. April 2008]

Kaum zu glauben, es ist vollbracht: ein langer Shoppingtag ist zu Ende.
91/2h halten wir uns in einem Outlet in der Naehe des Flughafens von Ft. Myers auf. Neuneinhallb Stunden. Während ich schon nach der Hälfte schlapp bin, steht Sanela noch wie ne eins. Unglaublich.

Unglaublich auch, wie die Ladeflaeche unserers SUVs jetzt aussieht.
War vorher noch alles in Campingmanier bestens verstaut, hat da jetzt ein Haufen Heuschrecken Plastiktüten allerlei Farbe, Form und Fabrikat bis ganz nach oben aufgetuermt.
Mann, Mann, Mann. Für alle Nachfolgenden, die bei den Preisen und dem Dollarkurs Lust auf einen ähnlichen Kaufrausch haben: Miromar Outlets ist definitiv einen Besuch wert. Zieht Euch bequeme Schuhe an, den es gilt 140 Shops einen Besuch abzustatten und zum grossen Teil mit gefüllten Plastiktüten wieder zu verlassen...

Dienstag, April 22, 2008

Von Mücken, schrägen Vögeln und Delphinen

[Naples, 21. April 2008]

[Achtung langer Post, es gibt ne Menge zu erzaehlen!]

Wir starten den Donnerstag mit einem Besuch in die heilige Hallen des Wal-Marts.
Was es hier in einem Markt gibt.. unglaublich! Monstergrills, Gartenhaeuschen, Revolver, Grosskaliber, Schwimmwesten, Speedbootruder und natuerlich: Campinggear ohne Ende. Von Klapperschlangenserum über Knickknack-Leuchtstifte oder Biermugs, die grantiert 12h kühlen bis hin zu Hightech-Hängematten ist alles zu haben... Ich bin im Paradies!
Zumindest solange, bis mich Sanela entnervt am Arm aus dem Bereich rauszieht – nur damit ich dann gleich erneut im benachbarten Elektrobereich strande... Sehr zum Leidwesen meiner Frau, deren Laune sich erst bessert als wir an der Klamottenabteilung vorbeikommen; ist hier doch auch alles irgendwie auf Schwangere (oder soll ich sagen auf etwas Beleibtere) zugeschnitten.
Suess sieht sie da aus in ihrem Big Fat Mama Kleidchen - ob sie mir denn jetzt auch lecker Maisbrot macht...?

Am Nachmittag fahren wir in den Everglade National Park ein. Absolut plattes, sumpfiges Gelände. Grünbraunes Gebüsch an scharfem Gras mit viel Dornengewächsen aber auch einzelne Inseln mit Hartholzgewächsen wie Pinien oder Mahagonibäume. Sehr viele Vögel, Schildkröten und Alligatoren sowie Touristen. Fahren bis zum südlichen Ende der Everglades und überqueren dabei sogar nen 3 Fuß hohen Pass (!). Sensation. Keine Schneeketten erforderlich.

Wir entscheiden gegen einen Kanuausleih aber für ein geführtes Tourboot durch die Everglades. So schippern wir die von Mangroven gesäumten Kanäle hoch. Total gechillt. Nur die ab und zu vorbeischiessenden Angler mit ihren hochmotorisierten Booten und die von ihnen erzeugten kräftigen Bugwellen stören. Wieder ein Beispiel für das schizophrene Naturverständnis der Amerikaner.

Wenige Meilen weiter suedlich am aeussersten Ende des Parks („Flamingo“), schlagen wir unser Zelt auf. So wie der Name des Campgrounds klingt, so ist der Zeltplatz auch: total gepflegt, unter Palmen auf gemähtem Rasen mit Blick über denselben raus aufs Wasser. Während sich die Sonne über dem Buschwerk in Richtung Horizont schlafen legt bereiten wir ein 3*** Campermenu zu: es gibt Sirloin Steaks an Salat mit Ofenkartoffel und gerösteten Maiskolben. Holy Cow ist das gut!
So gut, das der Grill Besuch aus der Luft bekommt. Ziehen da doch tatsaechlich schwarze Vögel 2-3m über dem Grill Ellipsen. Nun bin ich kein Ornithologe doch weiss ich auf was die Dinger mit ihren ca 1.20m Spannweite aus sind... Auch am Boden sind die Dinger dreist. Hoppeln doch munter auf den Grill zu. Waschbären der Lüfte sozusagen...
Und photscheu sind sie auch noch. Kaum steh ich mit Kamera vom Tisch auf, machen die Teile sich weg.

Nun gut. Wir lassen uns unser erstes Camper Dinee nach Herzem und zu zweieinhalb schmecken. Kaum gegessen (ihr glaubt nicht wie sich Sanela die Maiskolben reinhauen kann!), macht sich noch jemand zum Essen fertig: feinstes Europäerblut für die Everglade Moskitos.
Muss wohl ebenso erstklassig sein, da nicht mal das von Namibia übriggebliebene „Peaceful Sleep“ - unser Moskitorepellent - was auszurichten scheint (ist wohl nur ein besonderes Dressing für die Scheissviecher). Also ab ins Zelt. Gottseidank ohne Moskitos.
Mit dem Gedanken für den Erhalt des Everglade National Parks Blut gespendet zu haben, schlaf ich ein.

Am nächsten Morgen verlassen wir die Everglades und fahren weiter Richtung Süden auf die „Keys“ die vielumworbene Inselkette Floridas. Durch über 40 mehr oder weniger grosse Brücken (die größte ist die „Seven Miles Bridge“) sind die Inseln mit dem Festland verbunden.

Leider ist der für die Übernachtung auserkorene Campground im Bahia Honda State Park bereits ausgebucht. Nur zu gerne haetten wir unser Zelt direkt am Strand dieses Parks aufgestellt. Nun ja. Wochenende eben. Sollte nicht der letzte ausgebuchte Campground auf dieser Reise sein. Also weiter direkt nach Key West. Nach Key West nochmal 90 Meilen weiter und wir wären in Kuba.

Kurven durch die total suesse Stadt, checken recht nah am Zentrum in das Trueman Hotel ein und erkunden den Rest per Pedes. Was hier im Übrigen ohne Probleme geht, denn a) ist die Stadt durch die Insel recht begrenzt, also eher ein Staedtchen und b) besticht das Staedtchen durch ihre kleine Gässchen und die vielen bunten Holzhaeuser.
Genauso bunt ist die Bevölkerung. Neben den ganzen Angetrunkenen, die wohl vom freien Alkoholverkauf an den Strassenständen herrühren, ist die Stadt voll von regenbogenfarbenem Publikum. Schwule, Lesben, Transsexuelle und was weiss ich was noch. Jedenfalls ziemlich aussergewöhnlich fuer eine amerikanische Stadt.
Aber auch die Angetrunkenen unterhalten und sind lustig anzuschauen - Springbreak lässt grüssen. So ziehen z.B zwei dralle Blondinen blank und penetrieren Warnhütchen. Einer von zahllosen Bärtigen wandert vor meinen Augen erst in Handschellen und dann zum Ausnüchtern in den Knast...

Der Sonnenuntergang auf dem Pier ist dann eher wieder im amerikanischen Entertainment-Lot. Gaukler an Gaukler, vom 50jährigen Gummimenschen über den Hundedresseur zum saebelschwingenden Piraten oder Schotten im Kilt. Alles da. Genauso wie die 75m Luxusjacht am anderen Ende.

Doch auch hier geht die Sonne unter. Und zwar im Westen.

Für mich sogar mit einer Margaritha vom Strassenstand. Am nächsten Stand – wie ueberall in der Stadt – gibt es handgerollte Zigarren. Und auch hier probier ich mal und nehm mir eine in Cognac Getraenkte mit zurueck ins Hotel. Die rauch ich dort ganz gemuetlich waehrend Sanela das Nachbarzimmer Jungs zur Ruhe anweist...

Am naechsten Morgen – es ist Samstag – ziehen wir noch mal per Pedes zum Sightseeing los, dann geht es zurueck Richtung Festland. In Key Largo halten wir bei „Dolphins Research“ an. Ich will wissen, ob ich dort tatsaehlich mit Delphinen schwimmen kann. Man kann und ein passender Slot waere tatsaechlich in einer halben Stunde noch frei...

Ich bin unsicher. Faszinieren mich diese Tiere doch schon lange. Noch laenger gehe ich allerdings in keinen Zoo mehr, weil ich Tiere nicht im Knast, sondern in freier Wildbahn erleben will...
Hmmm, nun gut, der freie Slot, die Non-Profit-Organisation und zuguter letzt auch Christian Foehl geben den Ausschlag. Ich melde mich an und finde mich kurzer Zeit später in einer Zirkusnummer wieder. Hier zieht mich ein abgerichtetes Tier durch den Pool, reicht mir per Handschlag die Flosse und imitiert auf mein Kommando einen Hai.
Nicht schlecht fuer ein Tier, dass sich in freier Wildbahn niemals anfassen laesst und als eines der intelligentesten Lebewesen gilt...
Kurzum: ich bin einer Artistennummer aufgesessen. Von wegen Schwimmen mit Delphinen. Das Ganze findet auf einer abgesenkten Plattform statt. Immerhin gibt es fuer das Schwimmen mit "Tanner" und "AJ" einen kostenlosen Sonnenbrand. Ich habs mir verdient.

Weiter Richtung Norden. Wir wollen unser Camp im John Pennekamp State Park aufschlagen. Doch auch hier bleibt uns der Zutritt verwehrt. Ausgebucht. Wenige Meilen weiter gibt’s noch Platz und unserem Surf&Turf steht nichts mehr im Wege: los geht’s mit dem Grillen: Rind, Pilze mit geschmolzenem Käse, natuerlich Maiskolben plus diesmal Kingsize Shrimp, Salat, Brot und Humus. Eeeaaasy.
Wir kriechen gerade noch in den Chevy, mehr Abendaktivität ist wirklich nicht drin.

Am naechsten Morgen geht es zur Glasbodenbootfahrt raus aufs Riff. Da wir frueh dran sind erwischen wir ein leeres Boot. Cool. Jede Menge Platz also um den Glasboden rum. Das Riff selbst – vom Reisefuehrer wie auch von Einheimischen als das Schoenste in der Gegend empfohlen – entpuppt sich als ziemlich tot. Überall abgestorbene und abgebrochene Hartkorallen. Immerhin gibt es ein paar Fische mehr als im Starnberger See und ein paar Stachelrochen _unter_ dem Boot lassen sich auch noch blicken. Kurzerhand melde ich mich aus der bereits reservierten und am Nachmittag geplanten Schnorcheltour wieder ab. Wofuer auch ein totes Riff betauchen...

Den Rest des Tages verbringen wir am Pool des Campingplatzes, der uns beide doch stark an die guten alten Riccione-Zeiten erinnert.

Abends wird mal nicht selbst gekocht, sonder ich fuehre meine Suesse in ein Fischrestaurant, wo wir uns mit tagesfrischem Fisch die Baeuche vollhauen. Shrimp, Maui-Maui (sprich Delphin – ups, war nicht so geplant, Flipper), Thunfisch und Schwertfisch. Yummi! Das ganze Jamaican Jerk Style, sprich: karibisch scharf gewuerzt. Saugeill!
Dann fuehrt mich meine Suesse noch auf einen Drink in die aus dem Film Key Largo beruehmt gewordene Caribean Bar aus (die Bar hat die Humphrey Bogarts Glanzzeiten allerdings hinter sich) dann ist Schluss, morgen wird naemlich ein weiterer Versuch gestartet wirklich mit Delphinen schwimmen zu gehen.

Nach der Enttäuschung am Vortag ist diese Geschichte tatsaechlich anders. Verzichtet diese Organisation auf grossflaechige Werbung am Strassenrand und arbeitet sie zum grossen Teil in einem Therapieprogramm mit Kindern, bietet sie auch tatsaechlich einen „Natural Swim“ an. Hier koennen die Schwimmer nach einem einstuendigen Briefing selbststaendig und allein mit Delphinen schwimmen.

Genau das steht also auch fuer mich an. Kaum hab ich meine Schnorchel-Ausruestung an und tauche ins Wasser, so habe ich den Ersten auch schon neben mir. Der Delphin schaut mich durchdringend an und schwimmt neben mir her. Ich tauche ab. So auch das Tier. Noch ein Moment zusammen nebeneinander, dann ist er weg. Es ist voellig klar, wer hier der bessere Schwimmer ist...
So geht’s gerade weiter. Neugierig kommt mir ein Anderer entgegen. Grinst und klickert mich an und schon ist er im weitlaeufigen Basin wieder verschwunden.

Auch cool, wenn alle 5 Schwimmer im Programm zusammen Formationen schwimmen. So schwimmen wir alle nebeneinander her um eine Bugwelle zu erzeugen, in der sich auch sofort vier der sechs Delphine einfinden. Was wir auf Booten schon haeufiger gesehen haben, funktioniert hier auch. Die Bugwelle scheint zu gefallen. Waehrend der Aktion sind die Tiere oft nur wenige Zentimeter von mir weg – ohne mich zu touchieren – einfach der Hammer. Ehrlich!

Leider ist durch die viele Aktivität im Basin schnell viel Sediment aufgewirbelt und daher die Sicht getruebt; auch geht mir bei den ganzen Kunstückchen (die _ich_ diesmal auffuehren muss um fuer die Tiere interressant zu bleiben) ganz schoen die Pumpe...
Dennoch eine tolle Zeit mit den Tieren. Wer auf die Keys kommt und mit Delphinen schwimmen will, dem sei DolphinsPlus empfohlen!

Wir sagen Bye Bye Key Largo und machen uns auf nach Naples, wo wir nach einem Zwischenstopp in den Everglades zum Airboat fahren auch am späten Nachmittag ankommen.
Wir schlendern an supergepflegten Vorgärten a la Wisteria Lane vorbei Richtung Pier, wo uns zum Sonnenuntergang – da schau her – noch mal ein Delphin besuchen kommt. Definitiv keiner mit dem ich heute morgen geschwommen bin :-)
Gelangweilt schnauft er ein paar Mal durch sein Atemloch bis er wieder abtaucht. Schön.
So wie es aussieht hat sich wohl auch unser Kind heute zum ersten Mal bemerkbar gemacht, was den Tag noch unvergesslicher macht.

Mal schauen was der naechste Tag bringt, steht doch mit Naples auch der erste Outletkomplex auf dem Programm. Irgendwie muessen wir ja unsere Koffer gefüllt nach Hause bringen :-)
bleibt dran, wir halten Euch auf dem Laufenden.

Sanela, Marc + Chili

Donnerstag, April 17, 2008

Miami International Airport

[Homestead, 16. April 2008]

„Welcome to Miami“ höre ich Wilhelm Schmitz (englisch: Will Smith) in meinem Kopf hupen.
Die Reisefische sind in Florida angekommen.
Und das mit zusaetzlichem Bauchgepäck sozusagen, denn - wie viele von Euch ja bereits wissen - wir reisen mit blindem Passagier, sprich: unserem Ungeborenem.

Die Reisestrapazen überstehen wir aber alle gut. Da können auch die geizigen Franzosen, die die Air-France Maschine bestuhlt haben (ich passe genau rein, meine Knie schliessen exakt ab *in* der Rueckenlehne des Vordermannsitzes) und der hyperaktive Opa vor mir (Sitz kippen, Sitz hochklappen, Sitz kippen, Sitz prüfen und wieder hochklappen um ihn dann kurze Zeit wieder ..., richtig: runterzuklappen) nichts dran ändern.

Wir sind da. Der übliche Datenklau am Zoll, Gepäck aufsammeln und per Dieselbus zum Mietwagenverleih. Dort versucht man uns hartnäckig einen Luxury SUV aufzuschwatzen; wir bleiben hart und bestehen auf dem gebuchten Full-Size SUV.
Auf dem entsprechendem Parkplatz herrscht dann aber gähnende Leere wohingegen vom benachbarten Parkplatz der Luxury SUV herueberblitzt...
Und so kommen wir dann tatsaechlich mangels verfügbarer Masse voellig kostenlos zu einem niegelnagelneuen Chevy Tahoe mit gerade mal 5 Meilen drauf! Nichts wie los auf den Highway und die ersten Meilen mehr drauffahren!
Wir fahren erst mal suedwaerts, Richtung Everglade National Park. Im Chevy ueberholen wir einen Porsche Cayenne, der sich neben uns abzeichnet wie die Dreiradpizzakarre von Alberto dem Pizzabaecker. Irre.

Einkaufen, den ersten Happen der „Cuban Cuisine“ probieren, in nen Motel einchecken, den Wagen auf Camping umpacken und das wars fuer den ersten Tag in Florida.
Ihr seht, wir sind gewappnet fuer das was da noch kommen mag.

Liebe Grüße und bis bald,
Sanela, Marc + Chili

Samstag, Oktober 06, 2007

Notizen vor der Hochzeit

[Sausalitos, 6. Oktober 2007]

Long time no see, bzw. besser: hear.

Sind inzwischen im Casa Madrona – auf dem Private Deck einer tierisch schoenen, einen Hang hinauf gebauten Anlage. Spanischer Kolonialstil würd ich mal sagen. Suess winzig und doch mondial, verwinkelt und bester Blick ueber den Yachthafen und die Bay, auf der gerade die Fleet Week stattfindet. Die Blue Angels fangen just in diesem Moment an den Himmel zu zerschneiden.

Eine Etage tiefer wird heute dann die Trauung stattfinden. Das Rehearsal Dinner haben wir gestern hinter uns gebracht. Unser Hochzeitsgeschenk – Tracht für ihn und sie – ist ebenfalls bereits gestern uebergeben und gefaellt. Die Amis waren erstaunt („Look those guys are wearing costumes“ :-)) und als dann Vogge in seiner Lederhose war, war das Wadlraten nicht weit. Auf Stuehlen stehend hat Mylene doch tatsaechlich die Wadl ihres Braeutigams erkannt.

Kleinere Missgeschicke gabs nach dem Dinner, das pünktlich um 2300h vom Hotel beendet wurde: Martin hat seine Toilette geflutet und das Wasser hat sich den direkten Weg gesucht, sprich: es ist auf dem eine Etage tiefer stehenden Hochzeitsbett gelandet. So haben die noch verbleibenden Germans, mit Bier in der Hand der dann anschliessenden Roomservice Trockenlegen Aktion beigewohnt. Sehr witzig.

Aber lasst mich noch kurz ein paar Sachen umreissen, die die Tage davor betreffen:

Zu Vegas kann ich zu Tag Zwei und Drei natuerlich wieder nur ein paar harmlose Details preisgeben ;-), so z.B. das Weisswurstfruehstueck (um 12h30 – uuhhh Faux pas) im Hofbraeuhaus. Ziemlich originalgetreu nachgebildet, auf langen Baenken, hohen, geschwungenen Decken und recht bayrischen Bilder und Sprüchen an den Waenden („Durst ist schlimmer als Heimweh“ - nett).

Nur an der Servicequalitaet muss gearbeitet werden – viel zu freundlich: Martin bekommt fuer seinen zu spaet gelieferten suessen Senf ein Bier ausgegeben... Skandalös!

Das Entertainment-Programm ist auch original deutsch: ein blonder Kanadier, der Alpenhoerner vertikal auf dem Mund balancierend spielt und ein fetter Baertiger, der gelangweilt eine Mass Wasser trinkt, bevor er mit seiner Tuba herumlaeuft und die Gaeste animiert, Muenzen in seine Tuba zu schmeissen.

Also überstimmen wir kurzerhand das Entertainment mit einem Prosit der Gemuetlichkeit, das wirklich schallend durch die Halle wogt. Geil.

Abendprogramm faellt dann etwas gefasster aus als der Tag zuvor.

100$ Steak im Steakhaus, das der Last Man Standing von gestern nicht wirklich geniessen kann... Wir probierens im Playboy Club. Bis auf die gekuenstelt gebastelte Schlange vor dem Aufzug, und die Kommentare von Thomas im Aufzug nach 20min Besuch absolut enttaeuschend.

Genauso wie der Spearmint Rhino Gentlemen’s Club, in dem wir nur dann nur noch zu dritt reingehen – der gestrige Abend hat deutliche Spuren hinterlassen; irgendwie wie die 10 kleinen Negerlein...

Als wir zurueckkommen wird die restliche Mannschaft aktiviert und nach zwei Holzfaellern wird gesetzt... So wird die Spielleidenschaft aktiviert und zu viert gehen wir dann morgens um 6h00 an den Roulettetisch, dann an den Blackjacktisch.

Benehmen uns wie Amateure, trinken fuer lau furchtbaren Long Island Ice Tea – und gewinnen! Na ja, zumindest ich vervierfache meinen Einsatz.

Ich weiss nicht, ob das Kribbeln in den Fingerspitzen vom Spielen oder vom schlechtem Sprit in den Drinks kommt. Den Heimweg muss ich auf jeden Fall langsam begehen, da mir von dem Sprit beinahe der Kopf platzt. Zur aufgehenden Sonne ist auf jeden Fall noch Platz fuer einen Fatburger, dann geht’s hoch aufs Rooftop und ab in den Jacuzzi. Nachdem ich fast absaufe, beschliesse ich dann doch gegen 8h00 ins Bett zu gehen.

Den für spaeter anstehenden Hike durch die Redrocks der umliegenden Wueste lass ich dann auch besser sein, da gibt es wirklich andere Möglichkeiten seinen Kater zu vertreiben...

Der Abend geht mit einem Besuch von Cirque du Soleil zuende und am naechsten Tag geht es nach einem Pressbier am Flughafen per Flieger zurueck nach Oakland, wo uns die Frauen abholen.

Es folgen angenehme Tage im langsam immer groesser werdenden Kreis. Nach und nach kommen weitere Muenchner Gaeste, es geht zum Vinetasting nach Napa und zum exzessiven Shoppen nach San Francisco. Es hagelt Apple’s iTouch und den Tüten zufolge koennten wir einwandfrei als ein Haufen Zigeuner durchgehen.

Das Ganze ist nicht frei von Missgeschicken, so hat Martin einen Unfall im gerade abgeholten Mietwagen (Blechschaden) und Henny verliert seinen Geldbeutel.

Alles in allem haben wir aber eine saugute Zeit alle zusammen hier im Land der Superlative, die heute abend dann mit einem gellenden JA zu Ende gehen wird...

Dienstag, Oktober 02, 2007

Las Vegas

[Las Vegas, 31. September 2007]

Vegas ist nach wie vor unbeschreiblich - deswegen nur ein paar Links, die
irgendwie loose in Verbindung zum gestrigen Abend stehen ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=OaRvhVpaHKo
http://www.24-7limousines.com/hummer/index.php
http://www.sapphirelasvegas.com/
http://www.seamlessclub.com/
http://www.youtube.com/watch?v=oyK4KGmYZ8A

aber wie sagen die Amis?
"whatever happens in vegas stays in vegas" :-)

cheers.

Freitag, September 28, 2007

Durch die Volcano Lands nach Seattle und die wilde Oregonkueste zurueck

[Eureka, 27. September 2007]

Heute steht Mount St. Helens auf dem Plan. Die Strecke zum Berg zieht sich. Immergrüne, unglaublich dicht stehende Nadelwaelder saeumen einen Weg, durch den es nur langsam und sehr kurvig nach oben geht.

Erster Stop ist die Ape’s Cave. Eine Höhle, die durch einen Lavafluss ausgehöhlt wurde und sich wenige Meilen von Nord nach Süd erstreckt.

Hier empfängt uns vollkommene Dunkelheit, denn die Höhle ist nicht mit einer Lichtanlage ausgebaut.

Die ersten Schritte in dieses Nichts hinein zu gehen, ist schwierig zu beschrieben: Unsere Headlights scheinen nichts auszumachen in dieser absolut, alles Licht verschluckenden Schwaerze. Wuah.

Obwohl der Gesamtdurchmesser der Hoehle vielleicht 6m ist – also recht breit und hoch - macht sich Beklemmung breit. Der Lichtkegel scheint am Anfang weder Licht noch Kegel zu sein. Ich halte mehrmals die Hand vor meinen Kopf. Doch, ja: das Headlight funktioniert.

Sanela faengt hinter mir an mit dem Photo eine Blitzlichtkaskade loszuschiessen, was meinen Umriss alle paar Sekunden wie einen Riesen auf die seltsam symmetrischen Waende der Hoehle wirft. Hilft nicht unbedingt den Augen, sich an diese Schwaerze anzupassen...

Wir stossen auf eine Treppe an deren Gelaender wir uns nach unten hangeln.

Unten angekommen, lassen wir zwei Amerikaner an uns vorbei, die mit ihrer einen Stablampe unsere Headlights noch schlechter aussehen lassen.

Dennoch tun auch sie sich schwer die Fuesse zwischen, und auf die aus den Boden ragenden Felsen zu setzen. Das wenige Licht beeintraechtigt auch irgendwie das perspektivische Sehen. Das denkt sich wohl auch der mehrere hundert Pfund schwere Ami, der lieber warten will, und so in der Dunkelheit zurueckbleibt, waehrend wir uns an den anderen Ami mit seiner Stablampe klemmen.

In kompletter Schwaerze ist die Panik schnell.

Und so dauert es nur wenige Meter, bis wir Rufe hören, wir sollen zurueckkommen.

Tja, so verabschiedet sich dann in schnellen Schritten auch die Stablampe ...

Wr bleiben allein mit unseren Headlights auf der Ruebe zurueck.

Wohl schon vorbereitet, gewoehnen sich unsere Augen schnell an das weniger gewordene Licht und die Beklemmung weicht.

Wir schauen uns die Erzkanaele in dem Fels an.

Dann machen wir die Lampen aus und lassen die absolute Schwaerze auf uns wirken.

Wahnsinn. Allumgebenes Nichts. Du siehst keine Hand vor Augen, du hoerst nichts und du bist deinem wichtigsten Sinn beraubt. Krasssss...

Nur wenige Sekunden später machen wir die Headlights wieder an – und uns auf den Rückweg.

Witzig wie tollpatschig man sich mit eingeschraenktem perspektivischen Sehen bewegt.

Bald sind wir zurueck aus der Dunkelheit und die Treppe bringt uns raus. Wow.

Also weiter den kurvigen Weg Richtung Mt. St. Helens. Wir biegen ab und es geht steil nach oben. Irgendwo da oben muessen sich Fahrradfahrer ungeschlechtlich vermehren, denn auf der vorher noch total einsamen Strecke sind auf einmal hunderte (!) Fahrradfahrer unterwegs. An die dreihundert Stück kommen uns auf der links steil abfallenden und sehr kurvigen Strecke hoch in die „Desaster-Area“ von Mt. St. Helens entgegen.

Oben fahren wir durch einen Wald voll tausender, alle in die gleiche Richtung umgeknickter, nadelloser und kalkweisser Baeumstaemme. Welche Naturgewalt hier gewuetet haben muss, koennen wir uns nicht vorstellen.

Und dennoch: das Leben nistet sich langsam wieder ein und passt sich der veraenderten Umgebung des Vulkans an (nicht umgekehrt). So sieht man schon wieder prächtige Jung-Tannen in kleinen Grüppchen zusammen stehen, Eichhoernchen naschen von knallroten Beeren und ueber uns gleiten majestaetische Segler in der hier oben saukalt wehenden Brise.

Von der explodierten Bergspitze ist selbst nichts zu sehen, der Krater haelt sich unter einem Wolkenkegel versteckt...

Ab in den Wagen. Runter, nueber, obi und wieder abi Richtung Mt. Rainier National Park.

Mittagspause in einem klassischen Diner. Wir bestellen unsere ersten Burger und schauen verklaert auf das „Treiben“ an dieser amerikanisch laendlichen Bilderbuch-Strassenkreuzung: Zwei Restaurants, eine Tanke, einen Coffeeshop-drive-through und sonst nichts...

Beim Englischtest falle ich uebrigens erneut durch.

Bestelle einen mittelgrossen Milchkaffe (Achtung: „caffe latte with a single shot of espresso“)– bekomme aber einen halben Liter Kaffe und noch einen Kleinen dazu. Hä? Nun gut, so bekommt Sanela eben auch Einen J

Einfahrt in den Mt. Rainier NP. Der Ranger am Eingang versorgt uns mit Wetterinfos.

Kalt solls werden. Um den Gefrierpunkt.

D.h. Layertechnik (ich hab zum Schluss 6 Schichten an), Monstersteak und Bagles vom Grill, ein Scheiterhaufen waermt von aussen, und Jägermeister von innen. Australischer Wein und Musik, ein Flammenspiel anstatt Fernsehen.

Der Schnaps wird hier uebrigens in Plastikflaschen ausgegeben (na ja, was von ihnen uebrig ist – Sanela schneidet die Flaschen in passende Schnapsglas-Verzehreinheiten...)

Mitten in der beseelten und im wahrsten Sinne des Wortes gechillten Athmosphaere springt der Dodge in Panikmodus und Marc stuerzt auf dem Sprung zum Durango fasst aus dem Stuhl bis die Situation beruhigt ist, der Zuendschluessel im Schloss und der Campingplatz wieder in Ruhe ist.. Baeren aller Art sind jetzt zumindest nicht mehr in der Nähe...

Dann ab in den Dodge. Der wird diesmal abschuessig geparkt, so dass wir innen ebenerdig schlafen. Wir schlafen wie Babys und machen uns am naechsten Morgen auf den Weg zum Mt. Rainier. Von einem leeren Parkplatz machen wir uns auf den anspruchsvollsten Trail Richtung Gletscher – und selbst der ist am Anfang geteert!

Auf unserem Weg laesst uns immer wieder ein tiefes Grollen vom Berg aufhorchen, wie Donner – und das bei bestem Wetter. Irritiert setzen wir uns unseren Weg fort bis wir, inzwischen im Schnee, oberhalb des „Panoramic Point“ den Auslöser dieses Grollen live miterleben: der Gletscher sprengt Stein und Gerölllawinen ab, die donnernd und staubend zu Tal rasen.

Apropros Panorama: Die Aussicht über die Bergkette ist phaenomenal! Besonders aus dem Azurblau des Himmels herausstechen tut Mt. Adams, Mt. Hood und auch Mt. St. Helens ist zu sehen – diesmal ohne jedliche Wolke. Geil!

Wir steigen ueber teilweise vereiste Felsen ab, und machen uns auf nach Seattle. Den noerdlichsten Punkt unserer Reise.

Hier angekommen, verpasst uns unsere Hotelsuche in Downtown auch gleich eine gratis Sightseeing Tour.

Endlich eingecheckt, schlendern wir bei immer noch bestem Wetter durch die Stadt, die sich gut per Pedes erschliessen laesst und schauen uns auf dem Viktualienmarkt von Seattle um. Marc besteht endlich seinen Englischtest im aeltesten Starbucks der Welt und der Fischhaendler schmeisst Kilo schwere Thunfische durch die Gegend (zwischendrin foppt er ein paar Touristen, in dem ihm scheinbar ein Fisch entgleitet und in die Touristen knallt: Uuups. Naja zum Glück war dieser Fisch ein Stofftier ;-)

Seattle ist eine beschauliche aber auch recht uebersichtliche Stadt - und ueber allem thront der Mt. Rainier, der heute bestens zu sehen ist.

Nächster Tag: Mist. Es macht das, was es in Seattle wohl (fast) immer macht: es regnet. Die Space Needle haengt in den Wolken.

Wir drehen eine Runde um den Lake Union und schauen uns die nette, aus „Schlaflos in Seatle“ bekannt gewordene Hausbootsiedlung an, und wagen uns verbotenernerweise auch auf die Piers. Nur ein verknautschter Bernasennenmischling schaut uns traurig, aber schwanzwedelnd aus seinen braunen Augen an...

Wir schauen uns in Downtown Seattle die „Stadt unter der Stadt an“: Teile der Ende des 1900 Jahrhunderts komplett abgebrannten Stadt wurden nicht wie der Rest zugeschuettet (als Fundament für die neue Stadt drüber) und sind mit einer Führung zu erreichen. Witzig: Wir gehen von der Strasse eine Treppe runter und sind im zweiten Stock eines dieser Häuser.

Was fuer die damaligen Bewohner eine Katastrophe war, war fuer die Stadt an sich die Rettung. Von Anfang an zu tief gebaut, war sie von den Gezeiten abhaengig: bei Flut stand das Wasser auf den Strassen. Was das für die Kanalisation bedeutet, ist auch klar: Haeufchen machen besser bei Ebbe, denn wenn man auf dem Topf sass und die Flut in die Abwasserrohre gedrückt hat, hatte man u.U. eine unfreiwillige Spülung in die andere Richtung...

Wir verlassen Seattle und steuern wieder suedwaerts. Klaro das jetzt auch das Wetter wieder besser wird.

Auf geht’s auf eine malerische Strecke die wilde Kueste Oregons hinunter. Fahren an der Queen Princess vorbei, die zufaellig vor Anker liegt. Die schiere Groesse haut uns um. Was fuer ein Dampfer – und dennoch irgendwie Knast, wenn man sich vorstellt, wie es da auf dem Sonnendeck zugehen muss, trotz der Groesse wird dort bestimmt kleinlich am Buffet gedraengelt und die Liegen mit Handtuechern belegt... Da loben wir uns die Weite des Landes und fahren weiter suedlich auf die Suche nach einem einsamen Campingground.

Den finden wir im Fort Stevens Statepark, wo wir tatsaechlich alleine sind. Bis auf eine kleine Gruppe Waschbaeren, die uns in kleiner werdenden Kreisen am Campfeuer umrunden, waehrend wir uns unsere Steaks schmecken lassen.

Als wir am naechsten Morgen aus unserem SUV aussteigen, haben es sich die Waschbaeren ebenfalls schmecken lassen: die haben unsere Kuehlbox geknackt und die Vorraete gepluendert! Jediglich verschmaeht haben sie die Gurke und den Salat. Die Butter, den Kaese, Eier und Milch ist weg... So sieht also ein Waschbaeren-Omelette aus J.

Koennten die Dinger Flaschen aufmachen, haetten sie sich nach so einem Festschmaus wahrscheinlich noch mit dem Wodka aus der Kuehlbox zugesoffen!

Wir packen zusammen und fahren weiter. Frühstueck mit View. An einem traumhaften Lookout schmiert Sanela uns dick Brote mit Philadelphia (die Verpackung haben die Racoons nicht aufgekriegt, und das Brot war im SUV). Der Blick wandert die steil abfallende Suedkueste hinab, wo riesige Felsen wie ueberdimensionale Haifischzaehne aus dem Wasser ragen.

Ein atemberaubendes aber auch recht typisches Bild, das uns waehrend der nun folgenden langen Fahrt die Kueste runter haeufig begegnen wird: Steilhaenge, Haifischzaehne und bis an den Steilhang hohe, immergruene Nadelwaelder.

An den Oregon Dunes angekommen, schlagen wir in genau so einem Nadelwald unser Nachtlager auf. Der Dodge wird passen abschuessig auf dem Parkplatzbegrenzer geparkt, damit die Liegeneigung innen drin genehm ist und wir geniessem zum letzten Mal auf diesem Trip die Camping-Zeremonie: Feuermachen, Schlemmen, Weinchen, Feuerkino...

Heute morgen gucken wir uns dann die Oregon Dunes per Quad an. Ein Heidenspass! Und das, obwohl Marc sein Quad direkt auf einer der hohen Duenen festfaehrt (zum Glück kann ich das Ding aus eigener Kraft freifahren) und dann spaeter komplett stilllegt – Keilriemen gerissen. Ganz Gentlemen, tut Marc das was ihm beim Briefing eingetrichtert worden ist: er laesst seine Frau zurueck und holt Hilfe J

Das Ganze in einer traumhaften Kulisse der Duenen, die ab und an bewachsen, teilweise bewaldet sind. Zwischen drin kleine Seen. Um die Ecke die beeindruckende Stahlbruecke nach Reedsport.

Weiter Richtung Sueden. Die Redwoods. Das sind die bis zu 2000(!) Jahre alte Baumgiganten, die irre nah beieinander stehen und trotzdem so weit und hoch wachsen. Durch einen fahren wir sogar durch! Cool.

Wir sind langsam am Ende unseres Trips. Noch 230 Meilen morgen zurueck nach San Francisco und dann warten sie schon, die Junggesellen- und –innen Abschiede.

Mal schauen, ob ich Euch von der Party in Vegas berichten kann/darf/werde...

Sonntag, September 23, 2007

Lava Lands

[Bei Portland 23. September, 2007]

Spitzenmorgen: die Sonne schickt schon kraeftig Sonnenstrahlen auf die Erde während wir kräftig Galonen (seufz) in unseren Panzer lassen und weiterfahren Richtung Norden. Etappenziel der Crater Lake National Park.

Hier haben vor einem geologischen Augenschlag (7500 Jahre) mehrere Eruptionen einen ganzen Berg gesprengt, der dann in sich zusammengefallen ist. In der Caldera hat sich dann im Laufe der Jahre durch Schmelz- und Regenwasser ein tiefblauer und kristallklarer See gebildet.

Die touristische Attraktion hier: der Rimdrive. Der zwanzig Meilen lange Weg am Kraterrand lang darf natuerlich auch bei uns nicht fehlen und so schippere ich Sanela von Viewpoint zu Viewpoint. Atemberaubende Sicht auf das teilweise tuerkise und absolut bewegungslose Wasser im Kratersee. Le Grand Bleu.

Die umliegenden, hochaufragenden Felsformationen am Kraterrand schimmern abwechselnd sand-, rot-, ocker- und gruenfarben und lassen den ehemals riesigen Berg darueber erahnen.

Wir machen einen Abstecher zu den Pinnacles. Hier hat dahinfliessende Lava und Eruptionskanaele abenteuerliche, spitzzulaufende Zinnen in die Landschaft gestellt, die wie ueberdimensionale Spikes in den Himmel zeigen. Wir fuehlen uns an den Bryce Canyon erinnert...

Als der Rimdrive komplett abgefahren ist, geht es auf Campingplatzsuche an den Diamond Lake. Wir erreichen den Campingplatz in der untergehenden Abendsonne und der See glitzert tatsaechlich edelsteinmaessig. Mit Glück können wir einen der letzten Plätze direkt am Ufer ergattern, den wir dann leider für einen noch schoeneren, aber bereits reservierten Platz, aufgeben. In der Zwischenzeit ist auch der erstere besetzt, so dass wir uns nun mit einem Platz in zweiter Reihe zufrieden geben muessen. Scheisse.

Aber was macht ein Mann wenn er sauer ist?

Er macht seine Frau verantwortlich? Nein.

Na gut, ja auch, aber nein: er macht Feuer und schnitzt Wuerstchenspiesse bis der Aerger verraucht, und die Wuerstchen ueber dem 1a Lagerfeuer brutzeln.

Dazu kommt noch eine klasse Pasta und ein toller Shiraz; zwischen den hohen Tannen funkeln die Sterne – da ist sie wieder: die perfekte Lagerfeuerromantik.

Apropos Romantik: zwar ist das Zelt von Thomas in einem Augenschlag aufgebaut, wir packen trotzdem den Dodge um. Sanela’s Koffer auf die Beifahrer-, meinen Rucksack auf dieFahrerseite – und wir machen uns im Fond lang. Geht super. Können sogar aus den abgerundeten Seitenscheiben weiter in den Sternenhimmel schauen...

Am nächsten Morgen vor dem Toilettenhaeuschen. (Der Dodge zeigt 34 Grad Fahrenheit; was das in Celcius ist könnt ihr selber nachschlagen)

An einem alleinstehenden Wasserhahn kapiere ich die Armaturen nicht so ganz und verpasse einer neben mir stehendem Mexikanerin einen kräftigen Wasserstrahl ins Gesicht und auf den Oberkoerper – die ist auf einen Schlag richtig wach :-)

Danach fallen mir auch wieder die Wasserspender aus den amerikanischen Filmen ein, die Wasser nach oben spenden... Wieder was gelernt :-)

Zu lernen gibt es auch ne Menge in den „Lava Lands“, einer Region zu der auch unser heutiger National Park gehoert: das Newberry National Volcanic Monument

Eben noch an kontrolliert abbrennenden Schwelbraenden vorbeigefahren, sitzen wir einige Meilen später - mehr durch einen Verfahrzufall - zusammen mit einem Brandbeobachter auf einem Fire-Outlook und lassen uns das Firespotting erklären. Das Ganze findet auf einem längst erloschenen Ascheberg inmitten von längst erkalteten Lavaströmen bei traumhafter Sicht statt.

Weiter geht’s – wir schrauben uns eine Dirtroad auf einen Aussichtspunkt ueber 7000 Fuss hoch. Die Fahrt hoch ist unangenehm: geht es rechts doch steil bergab – und der Dodge bricht bereits bei wenig Gas ueber die diversen Bodenwellen in den engen Kurven aus. Und das bei eingeschaltetem Vierradantrieb. Müll. Unser Herz schlägt für Toyota :-)

Oben angekommen haben wir einen atemberaubenden Blick. Wir sehen erneut zahlreiche Lavafelder, die sich deutlich in den dichten, kräftig gruen leuchtenden Wald schneiden. Dahinter ein Panorama der hohen, immer schneebedeckten Vulkanberge.

Anschließend schauen wir uns die von oben schon gesichteten „Obsidian fields“ an:

Nach einem kurzen Waldweg erhebt sich eine riesige, pechschwarze und irgendwie glasartige Basaltmasse, die sich ueber zwei Quadratkilometer in den allumgebenden Wald geschnitten hat. Wow. Beschreiben unmöglich. Guckst Du später.

Kleine Zwischenfrage: Wann weiss man, ob man wirklich Englisch kann?

Antwort: Wenn man souveraen im Starbucks den Kaffee bestellt und bekommt, auf den man auch wirklich Lust hatte. Ich jedenfalls brauch noch ein wenig – die suesse Blondine hinter der Theke war zum Schluss auf jeden Fall genauso verwirrt wie ich...

Der Kaffee, den ich gekriegt hab, war dann auch nicht das Wahre. Hat aber wachgemacht fuer die anschliessende Fahrt durch wirklich traumhafte Wälder.

Sehr lichte Wälder, in denen die Nachmittagssonne den ganzen Wald neben der Strasse bis weit hinein erleuchtet, wechseln sich mit stockdunkeln und tiefgruenen Waldstrichen ab. Zwischendrin ein kompletter Landstrich mit quadratkilometerweisem, verbranntem Wald. Wie Skelette stehen nur noch kalkweisse Baumgerippe. Irre.

Die ganze Strecke geht kont-i-nu-ier-lich bergab. Die ganzen knapp 100 Meilen lang. Von 7000 Fuss auf irgendwo bei 800 (?). (http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9F_%28Einheit%29)

Den Tag beschliessen wir mit Powershoppen im Outlet – solange wie die Tueren offen sind. D.h. 1,5h bis 20.00h. Reicht für gefühlte 12 Laeden ;-)

Morgen geht’s weiter auf unserer Vulcano Tour. Geplant sind Nationalparks 3 und 4 auf unserer Route: Mount St. Helens National Volcanic Monument und Mount Rainier National Park.

Bis bald.

Freitag, September 21, 2007

Back in the U.S. and A,.

[Redding, Kalifornien, 21. September 2007]

Sodala, hier kommen die ersten Grüsse aus Kalifornien. British Airways hat uns
mit erstaunlichem Komfort heruebergeschifft.

Das fing bereits beim Einchecken an, ging das doch beinahe komplett von zu
Hause aus. Online einchecken bis hin zur Sitzplatz- und Filmauswahl... Cool.
Ich weiss - fuer manchen bereits kalter Kaffee - fuer mich neu, und ne tolle
Sache noch dazu. Kein Jammern mehr am Checkinschalter vor gestressten
Servicedamen. Nein, das „Haben sie noch was mit mehr Beinfreiheit für meine
viel zu langen Beine - vielleicht am Notausgang?" - Gebettle hat sich wirklich
erledigt und so werden bereits von zu Hause aus die vom http://www.seatguru.com
vorgeschlagenen Sitze gebucht.

Am Airport ermöglicht uns der Online Check-In an der Schlange vorbeizuziehen
und auch an Bord bietet der Pilot besonderen Service: einen London Überflug an
der Themse lang. Mit Kommentaren aus dem Cockpit. Themse, Millenium-, äh, nein
o2 Dome, Arsenal Stadion, Tower Bridge, neues Wembleystadium. Stadtrundflug
sozusagen.
Auch der anschliessende Langstreckenweiterflug bereitet keine Probleme, auch
wenn sich die empfohlenen Plätze als reguläre Plätze ohne viel extra Platz
herausstellen. Die extra gekauften Superpep-Weichmacher koennen dennoch in der
Packung bleiben.
Sanela setzt uebrigens eine biologisch vertraeglichere Variante an: 3 x Wein
und ab in einen, beinahe die komplette Flugzeit dauernden Schlaf.

In San Francisco dauerts dann ein wenig laenger..
... durch den Zoll: das Department of Homeland Security interessiert sich für
Sanela's Pass (§$!%!? - war ja klar!)
... an der Gepäckausgabe: mein Rucksack kommt nicht mit unserem Flieger mit und
wird mit spaeterem Flieger nachgeliefert
... am Car Rental Service: die deutsche Mietwagenagentur hat uns eine
Mietwagenklasse verkauft, die es in den USA gar nicht gibt und
... auf der Autobahn Richtung Oakland hats acht Fahrspuren und alle sind sie
voll.

Schließlich lassen wir uns dann doch das wohlverdiente Ziel-Bier in Vogge's
Jacuzzi schmecken. In der Nähe kreisen die Polizeihubschrauber. Willkommen in
Amerika!

Am nächsten Morgen wird umgepackt: Der inzwischen eingeflogene und angelieferte
Rucksack wird neu bestückt. Die Lederhose, Haferlschuhe, Anzug, noch mal Schuhe,
das Kleid für die Hochzeit und das Kleid für das Rehearsal Dinner sowie (ach
ne): passende Schuhe dazu... braucht man alles nicht zum Campen und so werden
aus drei Gepäckstücken zwei. Beide passen bequem auf die Ladefläche unseres
Doge (http://www.dodge.com/en/2007/durango/), genau wie Sanela und ich :)

Weiter geht's: einkaufen und frisieren. Ja richtig, Sanela ist beim
Hairstylisten während ich mir bei der amerikanischen Konkurrenz das neue iPhone
erklären lasse.
Was für ein geiles Teil - und was für ein nerviger Verkäufer, der mich da mit
seinen Verkaufsstrategien bombardiert.

Nun ja: mittags ist dann Sanela frisiert, der Verkäufer enttäuscht, die Kühlbox
bestückt und auch der erste Frappucino XXX (genaue Typbezeichnung vergessen -
sorry Steffi :-) getrunken... Es kann losgehen Richtung Norden, die 5 hoch zum
Lassen Volcanic National Park, eine erst 1914 durch mehrere Ausbrüche
entstandene Vulkan- und Kraterlandschaft. Hier wollen wir das erste mal unser
Zelt aufschlagen.

In der Abendsonne angekommen, stinkts nach Sulfaten und Schwefel, es raucht aus
grünen Erdlöchern, Falschgold blubbert in Schlammtoepfen und: es liegt in Teilen
Schnee.
Upps.

Dann wird wohl aus einer Nacht im Zelt eben eine im Kingsizebett mit drahtlosem
Internet. Freut Euch, denn das besorgt Euch hier die erste Reisefischmail aus
unserem Westküstentrip 2007.
Applaus, Applaus, Applaus, Sanela und Marc im Haus.