Freitag, Juni 02, 2006

[Thailand, 26. März 2006]

mahlzeit,

der gestrige tag war wohl so wie ihn ein eheberater vorschlagen wuerde: ausgeglichen, sowohl den wuenschen des weibleins, wie auch des maennleins entsprechend.

sprich: tagsueber gibt es einen gediegenen ausflug in die kultur thailands. wir fahren zwei stunden in die alte koenigsstadt ayutthaya und schauen uns die ruinen, liegenden, stehenden, sitzenden und vergrabenen buddhas, die uns im bus begleitenden bekloppten deutschen und auch leider wieder viel zu lauten amerikaner an.

zurueck geht es per boot, genausolang. hier gibt es essen und wir amuesieren uns, wie die amerikaner jetzt leise werden (das thai essen laesst sie roecheln, hehe!). an deck laesst dann thomas seine fotokamera gluehen. der hammer. olaf und seine frau haben sich inzwischen auch wieder vertragen. wir sitzen ganz hinten und grinsen uns eins - trotz der dicken polin, die denkt
sie ist die reinkarnierte marylin monroe (der fahrtwind wirbelt das sommerkleidchen *viel* zu hoch, gruselig).

abends dann maennerprogramm: muay thai, thaiboxen! wir sitzen in der ersten reihe. bier, chips und ordentlich auf die fresse - ne menge knockouts inklusive. sanela filmt. das blut spritzt in ne andere ecke..
danach streifen wir dann neben ein paar elefanten noch ein wenig durch die strassen bangkoks und verschwinden ins hotelbettchen.

am naechsten, letzten, heutigen tag ist wieder frauenprogramm angesagt.
shopping. mit dem taxi zum wochenendmarkt, dann ein wenig kultur. also mit dem taxi zum jim thomson haus - wir stehen vor nem edelkaufhaus. oops, also mit dem taxi zum jim thomson museum und dort die teak haeuser gucken.
dann mit dem taxi zum nachtmarkt. shoppen.
interessanterweise ist das shoppen hier in thailand auch fuer sanela nicht so einfach (fuer mich ist eh alles zu klein; schuhe gibt es hier bis groesse neun und xxl tshirts muesste ich bauchfrei tragen). tja, und meine sanela hat zu viel holz vor der huetten!
dann geht es mit dem taxi - wie auch sonst - zum hotel zurueck. wir lassen uns nochmal das thai buffet schmecken, dann nehmen wir uns ein ... richtig: taxi und fahren zum flughafen.
an taxi fahren in bangkok kann mann sich gewoehnen. zum preis von nem muenchner ubahn ticket durch die ganze stadt - und zurueck.

tja, da sitzen wir jetzt am flughafen. bereits eingecheckt, die touris in shorts, kurzen hosen, sandalen, socken bis zum knie und passenden geroesteten waden sind auch schon da.

nen nachtflug noch, und wir kommen in australien an. bleiben dort erstmal 6 monate, pfluecken ein wenig obst, hoehlen ein paar didges aus. vielleicht gruenden wir auch eine rueckversicherung oder eine neue religion.
wer weiss. eins ist aber klar, mit weiteren emails muesst ihr rechnen!
wir hoffen euch hats gefallen.

liebe gruesse,
sanela und marc
[Thailand, 25. März 2006]

hallo freunde,

zunaechst mal eine frage:
welches autoteil ist an einem thai-auto einfach unerlaesslich?
(die hupe... hier wird gehupt, wenn man ueberholt und ueberholt wird, wenn jemand an der strasse steht, der vielleicht rausfaehrt, mitfahren oder einfach nur ueber die strasse gehen will und nicht sowieso schon weiss, das man gerade mit dem auto hinter/neben oder beinahe schon ueber ihm ist...)

noch ne frage: welches ist das unnoetigste kleidungsstueck, dass sanela und ich hier in thailand dabeihaben?
(unsere 5 paar socken... der einzige pulli ist gold wert bei den airconditions, die die busse hier auf kuehlschrankniveau runterkuehlen...)

ihr seht, wir sind einiges unterwegs gewesen. aber der reihe nach:

der letzte punkt an dem ich durch lange emails geglaenzt und das thai personal hab warten lassen, war kolanta.
hier gibt es nen tagesausflug auf ko phi phi. im massenbetrieb werden die touris an die insel verladen, in kleine longtail boote verpackt (longtailboote sind boote fuer 6-8 mann mit langausstehendem ruder, das gleichzietig schiffschraube ist und auf dem ein pkw motor fuer zum teil ordentlich schub sorgt), zum schnorcheln vor ein paar ganz netten buchten ins wasser geschmissen, wieder eingeladen und an die maya bay geschwemmt(der filmkulisse fuer "the beach" - kam glaub ich erst gerade wieder in der glotze. ich konnt ihn leider nicht sehen, weil: war ja vor ort :-)

irrsinnig touristisch.
paradox zu sehen, was mit dem beach passiert ist. uebriegens schon vor drehbeginn: hat man hier die mangroven vom strand entfernt und kokosnusspalmen gepflanzt, um dem allgemeinen verstaendnis von strandparadis zu entsprechen... dumm nur, das nach drehende die kokosnusspalmen eingingen und der strand - mangels halt von den jetzt fehlenden mangroven - in die
bucht erodiert ist; dort das korallenriff zugedeckt und damit gekillt hat.
der rest hat dann der massentourismus erledigt. vom strand ist kaum noch was zu sehen, boot an boot. anlanden pro person 200 baht.
irrsinn..

ko phi phi selbst ist schoen - weisser, feiner sand, tuerkisfarbenes meer, lauwarmes wasser und weit weniger touristisch als befuerchtet. der tsunami ist auch hier noch zu sehen. ein paar palmen sind auf der shmalen landzunge stehengeblieben - sonst nichts.
aber: neue sind gepflanzt und es wird fleissig gebaut. und auch die barbusigen englaenderinnen sind schon wieder da. wir verziehen uns nach hinten in einen ruhigen abschnitt und geniessen den tag.

von kolanta ab geht es am naechsten tag mit nem minibus voller koranschuelerinnen (jede der teenagerinnen mit kopftuch und handy) zurueck aufs festland. die hinfahrt noch durch schweissen der laderampe verzoegert, geht es auf der rueckfahrt direkt auf die faehre und ab richtung osten. das ganze voll videounterstuetzt. "mr. and mrs smith" im bus und - passend - "terminal" an der umsteigestation.

dann in suratthani auf die nachtfaehre. im matrazenlager - links die thais, rechts die farangs/"europaer": marc muss voll in der huefte abgeknickt aufs boot, so hoch sind die decks hier - gehts nach ko phanghan.



und dort natuerlich an den sagenumwobenen strand der "full moon party". abends am strand wird der alkohol in kleinen eimern verkauft. 2 softdrinks, eine flasche gin, wodka oder sonstwas. waehrend die "feuerdandler" ihre show abziehen, probieren wir die "koerbchen" aus und feiern - denn es ist "dive in halfmoon party". der rueckweg morgens gestaltet sich anspruchsvoll :-)

und auch die anschliessende ueberfahrt nach ko samui bewaeltigen wir mit contenance. es schaukelt maechtig. auf see und in der birne..
auf ko samui suchen wir uns einen ruhigen bungalow am strand und spielen den inselblues, schliesslich steht schon am naechsten nachmittag die fahrt nach bangkok mit seinen 10.8 millionen einwohnern auf dem programm.

im vip24 bus mit liegesitzen, abendessen und videobeschallung (ein thailaendischer film im 70er jahre style sowie ein thailaendisch sprechender bruce willis lassen uns schnell in den reisefuehrer versinken, bzw den ipod aufdrehen...) geht es ueber die nacht nach bangkok.
am busbahnhof herrscht um 5.30 ein betrieb wie in muenchen in der rushhour.
unser portier will uns wg. early checkin ohne aufpreis nicht aufs zimmer lassen so beziehen wir prominent am eingang von dem businesshotel auf unseren rucksaecken stellung. interesanterweise ist das zimmer dann doch recht schnell fertig - wir schlafen aus und starten dann durch zur buddhashow. essen und shoppen in der khaosan road, fahren ein stueck tuktuk
durch bangkok. nach dem dinner cruise auf dem fluss geht es dann in die pathpongh road. eingeweite kennen die pingpong shows, ich kenne jetzt noch ne weitere, nette geschichte dazu.

freunde, wir sind in bangkok, das bedeutet: neuigkeiten vielleicht noch einmal per email, dann alles weitere muendlich - mit bildern. sanela hat bereits beide karten vollgeknipst, d.h 1.256 GB warten auf euch ;-)

liebe gruesse und bis bald,
sanela und marc
[Thailand, 18. März 2006]

DISCLAIMER:
alle tauchuninteressierten nicht boese sein, aber diese email geht an die welt unter wasser. wer nicht weiterlesen will, oeffnet sich einfach ein command prompt und gibt "format /c" ein. der spass stell sich dann kurz darauf von selber ein... (sanela - verstehts auch nicht aber sagt: "macht das BLOSS nicht!")

in der email hier will ich euch ein wenig von meinen taucherlebnissen erzaehlen:
angekommen mit dem letzten tauchgang vor 9 monaten - soviel brauchen gute freunde um ein baby auf die welt zu bringen :-) - hatte ich ziemlich bammel.
schnell hat sich aber herausgestellt, dass die kurzentschlossene wahl auf die seadragons, die richtige war. einfaches schiff. einfacher service.
volles erlebnis.
ein divemaster paaerchen (mathias, einem seebaeren und maria johanna raucher sowie rebecca, einer schweizerin, die sechsmonatig zaehne und sechsmonatig den tauchguide macht). die verbliebenen drei gebuchten taucher (alison, eine englaenderin die unter unserem bootjungen nuk und unserem skipper p.tao eindruck macht, da sie in thailand gelebt hat und thai spricht; christine, eine 55-75 jaehrige solarium-frequent-flyer-and-diver-schrapnelle und marc,
den kennt und liebt ihr ja alle) plus sanela (dem chefschnorchler, wie sich bald herausstellen sollte) machen den trip zu einem wunderschoenen, familiaeren ausflug ueber und unter see.

wir starten montags (montags? vielleicht auch sonntags, dienstags oder freimittwochs... wochentage kenn ich inzwischen schon laenger nicht mehr).
kaum sitzen wir auf dem 15m kutter gibt es american breakfast. und das ganze aus ner 2 m2 kueche. kaum zu glauben was da an kuechenkunst jetzt und die folgenden 3tage rauskommt.
nebenbei wird noch an dem kompressor geschraubt, der unsere tauchflaschen die naechsten tage befuellen soll. schliesslich laeuft die kiste, der motor auch und raus geht es 66km westlich auf die similan inseln, DEM tauchgebiet thailands.

drei stunden transfer besorgen uns das einfachste aber wunderbare und auch groesste wasserbett das wir bis jetzt hatten.

dann geht es unter wasser. es gibt nen haufen zu sehen.
*** wer detaillierte diverlanguage hoeren will, fragt mich wenn ich in nem halben jahr - oder nach galileo :-) - zurueckkomme ;-) ***
auf jeden fall gibts fantastische unterwasserwelt.
der erste sport den ich betreibe bei dem ich mit meiner groesse, meiner statur und meinem lungenvolumen klar im nachteil bin. meine grosse lunge und meine muskeln saugen den airtank schnell leer, so dass ich *immer* als erster wieder oben treibe.
tja, so ist das nun mal. kiemenatmung muss ich mir noch anoperieren.

auch mein erster nachttauchgang ist schwer beeindruckend: pennende fische, die sich mit dem kopf vorraus in den korrallenstock verziehen - man sieht nur den schwanz. andere liegen einfach so am boden, und wenn man sie mit der starken taschenlampe aufweckt, schwimmen sie verdattert aus dem lichtkegel.
die ganze welt ist in schemen. unsere tauchgruppe ist deutlich weiter wie sonst auseinandergezogen. jeder ist fuer sich. nur die strahlen der taschenlampen zeigen die eindringlinge an.
macht man die lampe aus und bewegt seine hand schnell hin und her, so kann man das plankton fluoriszieren sehen...

tauchen macht muede. stickstoff im koerper erst recht. selbst die hauchduennen matratzen an deck koennen den schlaf nicht verhindern.

beim ersten tauchgang morgens frueh um 7.30h am naechsten tag ist es dann soweit. auf 30m tiefe geht mir bei starker gegenstroemung die luft aus und ich bin um eine erfahrung reicher: atemnot. an einen schnellen aufstieg an die oberflaeche ist nicht zu denken. der stickstoff in meinem koerper wuerde ausperlen, ueble laehmungen waeren die folge und meine lunge wuerde platzen.
also: rebecca meine problem signalisieren! sofort schwimmen wir *mit* der stroemung - und die luft reicht wieder..
puh, eine erfahrung reicher.

der naechste tauchgang geht wieder gegen die stroemung. diesmal bin ich vorbereitet und tariere weniger mit der lunge - dafuer mehr mit meinem cbt, dem tariersystem, auf gut deutsch: dem "jacket", welches direkt an die luftversorgung angeschlossen ist und je nach bedarf mit luft befuellt werden kann (=auftrieb) oder ausgeblasen wird (=weniger wasser wird verdraengt, also abtrieb, sprich: sinken).
sprich: ich hab meine lunge wieder zum atmen, nicht zum tarieren.

wir tauchen durch den elephant head: eine bizarre felsformation, die durch die staendigen, starken gezeiten rund abgeschliffen ist. die felsen liegen eng ueber- und nebeneinander.
die starke stroemung macht den tauchgang zu einem angefahrenen flugsimulator. wir tauchen zwischen, ueber und unter den uebereinanderliegenden felsen durch. aus der noch am morgen gemachten erfahrung lass ich mich durch die felsen ziehen, gegen sie druecken und um sie herumwirbeln. mal auf dem ruecken, komplett nach links gedreht, dann
wieder 180 grad nach rechts. wow.
du tauchst zwischen zwei engstehenden felsen hindurch, dann nimmt dich die stroemung mit und du schiesst mit der stroemung - volle fahrt. sie nimmt dich mit ueber und unter den felsen, links und rechts. ein kleiner fisch
unter noch kleineren... einziger unterschied: die richtigen fische sind voellig unbeeindruckt.

am naechsten tag dann mein erster hai: von mir zunaechst wahrgenommen als 5 fische in formation, bis ich bemerke, dass die 5 fische doch nur flossen sind und insgesamt einen fisch ergeben!
gelangweilt zieht der white tip shark an uns vorbei...

der nachttauchgang ist wieder ganz anders. wir sind in felsigem gelaende und das heist: lobstertime. nach anfaenglicher suche werden wir fuendig: wenn die reichen und schoenen wuessten, was die so verspeisen... gruselig...
behende und sehr agil auf vielen beinen; mit langen fuehlern und reflektierenden augen auf der flucht vor unserern taschenlampen..

letzter tag des boottrips. schorcheln mit sanela. schon am tag zuvor macht sich meine frau wunderbar in dem fuer sie so unbehaglichem medium wasser.
wir springen direkt vom boot in 5m wassertiefe und schwimmen knapp 200m zum strand der honeymoon bay. die bucht macht ihrem namen alle ehre: traumhaft eingerahmt von grossen, vom monsum abgerundeten felsbloecken. dazwischen feinster sand und palmen wie aus dem reisekatalog. sanela in ihrem shorty sieht wirklich suess aus.
marc verzichtet auf seinen neoprenanzug und laesst seinen ruecken beim schnorcheln einwandfrei gar roesten. klassisch.
und auch am letzten tag koennen wir die unterwasserwelt von oben bestaunen (ich hab diesmal meinen shorty an :-) ). die wasserscheue sanela hat schnell den richtigen flossenschlag um vorwaertszukommen raus - ich bin wirklich beeindruckt..

wir kommen zurueck und buchen uns in ein (natuerlich) neues hotel in khao lak ein. mai thai im pool. gin tonic zum sonnenuntergang am strand.
nebenan ein grosser baum am strand. an ihm heften bilder von touristen. und auch im sonnenuntergang schluchzt eine europaeerin...

am naechsten tag geht es per minivan nach ko lanta. umsteigen in krabi. minivan. sven's hoerspiel ueber die deutsche geschichte versuesst mir die fahrt. in krabi dann die faehre. ich steige aus der wartenden autokolonne aus und schau mir die faehre an. die laderampe wird eifrig geschweisst.

schliesslich sind wir drauf und drueber und in unserem hotel. 1a auf stelzen am strand. der einzige bungalow mit direktem sundowner blick. yeeeasssss.
die anlage hat ne eigene tauchschule und so komm ich zu weiteren zwei tauchgaengen.

hier ist das licht ist inzwischen aus. sanela hat schon laengst den platz neben mir geraeumt und auch die thais hier in der anlage wollen mich im bett haben. in sofern: alles gute - bis demnaechst.

die naechste ziele fuer die lieben an der landkarte stehen auch schon fest:
koh phi phi morgen, dann mit bus und faehre nach kho pha ghan.

wir lesen uns dort.
beste gruesse, wir erholen uns prima.
marc
[Thailand, 16. März 2006]

lange nichts gelesen, was?
das liegt nicht daran, das wir im goldenen dreieck verschuett gegangen sind, sondern dass wir bis eben noch auf hoher see waren.

aber der reihe nach: finger auf der landkarte: von chiang khong zum goldenen dreieck (hier treffen sich an einem punkt - touristisch komplett erschlossen - myanmar (burma), laos und thailand am grenzfluss des mekong, mit "boattrip?" "boattrip?" leuten, vollkommen nassen touristen nach dem "boattrip", nem eigenem buddha, ramschstaenden und opium museen), hoch an den noerdlichsten punkt: mai sae.

vor mai sai machen wir einen stop an der tham pla hoehle. vorbei an einer affenbande (im wahrsten sinne des wortes!) und nem heiligen teich voller dicker karpfen geht es 200 stufen hoch. oben angekommen merken wir, das die headlights noch unten im wagen liegen.

dann bleibt die hoehle eben unbesichtigt und wir widmen uns wieder den
affen. bzw die affen uns: schnell sind marc's nuesse, aeh, verzeihung:
erdnuesse in der tasche lokalisiert und die nuss in der hand weit weniger
interessant wie die tuete in der tasche...



mai sai: der noerdlichste punkt thailands. einmal falsch abgebogen und man ist in burma. vorbei an akha frauen, schliesslich direkt am grenzfluss unser guesthaus. bambushuette mit blick auf burma. einen steinwurf weit weg.

angesichts des knietiefen wassers des flusses - vielleicht 15m breit - werden die geschichten um die schmugglerei wieder bewusst. kein wunder also auch ueber die "immigration control", die abends vor unserer huette patrouliert und uns freundlich auf unserer vorhaengeschloss der huette funzelt.

ein hahn in burma(!) weckt uns frueh und es geht zurueck nach chiang mai. zwischendrin ein bischen buddhashow.

die tour zurueck nach chiang mai fuehrt uns mitten hinein in die berge im
norden. der erste stop - die three hilltribes village - ist interessant aber
nicht das eigentliche ziel. wir landen in einem dorf in dem drei bergvoelkerangesiedelt wurden. unter andererm longneck karen - ihr kennt vielleicht die bilder mit den frauen, deren kopf von mehreren polierten ringen getragen werden.
mit einem flauen gefuehl im magen begeben wir uns wieder auf die suche nach dem eigentlichen, von klaus empfohlenen akha dorf. staubige, auf stelzen gebaute bambushuetten. "das muss es sein!". also besichtigungsstop. wir fahren am schlagbaum vorbei, parken, steigen aus, zuecken den photo und werden durchaus freundlich mit rufen empfangen. "thai army!".
oops, daher die schoene thaiflagge am anfang :-)

schliesslich landen wir doch da, wo wir hinwollten. und auch da werden wir das gefuehl nicht los, in einer tourishow gelandet zu sein.

endlich chiang mai. bin ich froh aus unserem toyota rauszukommen: die karre ist einfach nicht fuer 2m leute gemacht: ich hab druckstellen an der ferse, am knie und der scheiss fahrersitz ist schraeg eingebaut: ich sitz also drin wie ein waiblinger golf gti proll. und dass volle 900km!

duerren's leckeres thaicurry und singha bier laesst mich schnell wieder entspannen. nebenbei ruft klaus bei dem author unseres inzwischen hochverehrten reisefuehrers an und wir haben das naechste ziel: khao lak.

also am naechsten tag per flieger nach bangkok (in bangkok startet marc dann ein kulinarisches experiment: "wie schmeckt der thailandische whopper?") , umsteigen, weiter nach phuket. unser leatherman reist extra, genau wie unser restliches gepaeck. zum schluss findet in phuket alles wieder zusammen und wir nehmen uns ein taxi nach khao lak.
hier kann man den tsunami noch sehen. vorbei an ruinen, jeder menge neubauten und neuen palmenhainen sind wir nach ner stunde bei richard doring in einem seiner vier, ebenfalls komplett zerstoerten und neu aufgebauten bungalows - direkt am strand. richard, selbst schorndorfer schwabe mit einem suessen aber deutlichen birkenstock windschatten auf seinen fuessen, erzaehlt ne menge. vom tsunami (selbst verschont da gerade in laos auf tour), von dem zurueckkehren, wundern und familientragoedien (34 von 170 dorfbewohner haben die welle nicht ueberlebt), vom neuaufbau, ueblen spekulationsgeschaeften, und mehr.
puh...

erstmal schwimmen gehen. niedrigwasser macht aua: rechts trete ich auf nen dachziegel. links auf nen ziegelstein. sanela foerdert nen matrazenfeder zu tage... der "gesaeuberte strandabschnitt" macht nachdenklich.
ab in den ort. schliesslich ist khaolak der ausgangspunkt fuers tauchen auf die similan inseln - dem tauchgebiet thailands. aus einem einfachen schlendern werden naegel mit koepfen gemacht. direkt am naechsten tag geht es auf einen 3 tages tauch- und schnorcheltrip auf die similaninseln.

also schon wieder ne kurze nacht. puenktlich um 6.30 wartet das zwei EUR teure taxi vor dem bungalow und ab auf die nuangan. urspruenglich ein kleines fischerboot ist sie inzwischen seit dreizehn jahren in den diensten des ersten divecenters in khao lak: den sea dragons.

vorne kapitaen, in der mitte aufenthalt. hinten taucheinstieg. oben drauf, auf deck wird gepennt. die aircondition uebernimmt der fahrtwind. das in den schlafschaukeln die wellen (in der tat, schaukelt es jetzt im moment immer noch nach... geil!).

in der naechsten folge: mein erster hai, keine luft auf 30m, schnorcheln mit sanela, nachttauchen unter hummern.

bleibt dran. es lohnt sich.
[Thailand, 10. März 2006]

Hallo!

willkommen zurueck im land wo man 2mal am tag richtig schwitzt: einmal schoen in der mittagshitze und dann nochmal am abend wenn man sich den bauch mit wohlgewuertzten thaicurry vollhaut.

hatte noch einiges zu klaus nachzutragen, unserem guide der letzten tage.
klaus hat mit 50 die frechheit besessen, seine kanzlei, sein haus in muenchen und am chiemsee zu verkaufen und nach thailand zu gehen; 10000m2 land zu kaufen und anzufangen haueser im alten sukhothai adelsstil zu bauen.
das sind wunderschoene, komplett aus teak holz und auf stelzen gebaute haueser mit hohen decken gegen die hitze.
und genau in diesen haben wir die letzten tage suedlich von chiang mai in seiner (neuen) familie gelebt. klaus ist im alter von 65 noch mal - und dann nochmal :-) - papa geworden. sprich: auf der holzterrasse, die drei der fuenf gebaeude in 3m hoehe umlaeuft, ist ziemlich was los: zwei labrador hunde, zwei kinder im alter von 2 1/2 und zehn monaten sowie einer grossmutter, einer haushaelterin, einem aussteigerdeutschen, seiner 25 jaehrigen frau (sanela: oder auch junger :-))und was sich noch gerade so als besuch einbucht. derzeit nur wir und eine freundin des hauses. unter dem haus geht es uebrigens genau so zu: mehrere huehner und entenfamilien, also ein wildlife zirkus vom feinsten.

[kreative pause - die droehnende karaoke nebenan raubt mir den literarischen verstand...]

klaus hat uns die letzten vier tage dann durch und um chiang mai gefuehrt.
zunaechst auf buddhashow (touristische und einfach nur schoene tempel). dann haben wir marc eine traditionelle thaihose und hemd gekauft - klaus "zieht" uns hier regelrecht durch den oertlichen thai markt (keine touris ausseruns). unter allgemeinen staunen der thais (der lange will ein hemd? mit langen aermeln?) und merkwuerdigen geruechen fuer die muenchner: hier liegt die tierleber neben noch um luft ringenden fisch und geroesteter schweinehaut - auch wir koennen grosse augen bekommen...

mittags fahren wir verschiedene lokale an. klaus dolmetscht und wir bekommen die wohl besten nudelsuppen chiang mais. mittags ist der thai meistens suppe. also wir auch.

auch zum wandern hat uns klaus einen netten tip. zum national park nebenan leiht uns klaus seinen jeep (tachostand: 328.000km, ich kanns kaum glauben).
wir wandern unter ziemlicher hitze durch eine schlucht und beschliessen den grossen treck zu den hilltribes nicht per pedes sondern im eigenen gemieteten wagen zu machen - es ist sauheiss und auch die natur macht sich fuer die regenzeit bereit: es ist staubig und weit weniger gruen als erwarten. also: keine messneraktion im fernen thailand.

ein hilltribe koennen wir gleich am naechsten morgen besuchen. klaus faehrt uns ins mae wang tal zu einem wasserfall wo eine karen sippe ihr dorf aufgeschlagen hat. hier sind die huetten auch auf stelzen gebaut und unter dem haus leben ebenfalls tiere. allerdings unter anderen umstaenden als in dem park, den sich klaus bei sich zu hause (inkl. einer durchdachten
bewaesserungsanlage) gebaut hat. sanela und ich werden freudig von den kinder des dorfes begruesst und kaufen ein wenig tand um die kinder und auch das dorf zu unterstuetzen.

weiter geht es zum elefantenritt. die zwei muenchner auf einem durchweg verfressenen elefanten. andauernd kommt der ruessel hoch und wenn keine banane reinfliegt bekommt man einen elefantenfoehn: er blaest kraeftig durch den ruessel und uns fliegen die haare nach hinten. schoen ist es trotzdem obwohl das ganze bestens touristisch erschlossen ist - inklusive fressensstationen in 2m hoehe. fuer elefanten *und* touristen (bier vierzig baht).



das gilt auch fuer die anschliessende flossfahrt. ja, ihr habt richtig
gelesen: sanela hat mit mir ein bambussfloss gemietet und wir lassen uns dieungefaehrlichen stromschnellen runtertreiben.

allerdings laesst mich unser guide nicht neben sanela auf dem boden des 5m langen flosses platznehmen, nein, ich muss nach hinten und das floss per stock mit auf kurs halten.
was passieren kann sehen wir gleich 10min spaeter: hier haben es einige thais (ohne fuehrer) fertiggebracht, ihren langen kahn so zwischen zwei felsen zu positionieren, dass kein weg vorbei zu finden ist und die gesamte engstelle blockiert ist. unser thai stoesst per stockeinsatz das blockierende floss geschickt zur seite und wir sind durch.

sanela ist nur kurz beeindruckt, packt kurzerhand den foto zurueck in die tasche und das wars.
sanela, wie gesagt, nicht beeindruckt - ich dagegen um so mehr: bin aehnlich erstaunt wie beim abendessen am tag zuvor, wo sanela doch tatsaechlich die labradore mit ihren abgenagten huehnerknochen unter dem tisch fuettert! und ihr wisst wie hunde nach leckerbissen schnappen!

ein paar hundert meter weiter geht es vorbei an einem elefantencamp wo ein dickhaeuter per kommando aus dem wasser getrieben wird, damit wir weitertreiben koennen. und auch ein paar bleiche englaender sind kein weiteres hindernis. die singen zwar, aber unser thai gibt die stoeckstoesse vor und vorbei sind wir.

nach einer stunde sind wir dann am ende der fahrt; ein paar fleissige thais beantworten uns die frage wie die langen floesse wieder den fluss hochkommen, in dem sie das floss komplett zerlegen und die einzelnen bambusrohre auf bereitstehende pickups packen.

klaus wartet auch schon und es geht zurueck zum ban song thai farang - "das haus des auslaenders im thaistils ", wo wir nach einem (wiedermals) leckeren thaigericht von seiner frau duerrn ("mohn") einen schoenen mittagsschlaf halten.

abends geb ich (von zuhause wohlbekannt :-)) internethilfestellung und wir bekommen eine massgeschneiderte tour die naechsten 3 tage durch das goldene dreieck, die provinz chiang rai mit auf den weg.

heute morgen 7.00h geht es los. der mietwagen (tags zuvor vor die haustuer geliefert) wird mit unseren beiden rucksaecken bestueckt und los gehts.
da wir jetzt erstmals selber fahren muessen, will ich ein wenig ueber den thailaendischen verkehr berichten: linksverkehr. ok, das wisst ihr schon.
aber stellt euch den verkehr um den place de l'etoile vor, gepaart mit den vespinos in rom. durchgezogene linien und rote ampeln interessieren hier niemanden (wenn denn niemand entgegenkommt). beim rechtsabiegen, am besten auf stossstange mit dem vordermann abbiegen, dann kann der gegenverkehr nicht intervenieren... im zweifel auf den vordermann und links und rechts von dir aufpassen. hinter dir passt dann dein hintermann auf dich auf.

was in den staedten konzentration erfordert, ist auf dem land sehr angenehm.
so kann man doch seine linie auf der ganzen verfuegbaren strasse fahren und muss sich nicht in seine spur einsperren... ab und an kommt mal ein familienmofa (2-5 leute auf einem vespino), noch seltener ein jeep (und der ist fast immer noch voller beladen) entgegen.

unsere tour heute fuer die lieben am atlas: chiang mai, phayao (leckerer fisch und papayasalat direkt am see), ein paar wasserfaelle, dann phu chee fah ("der berg der zum himmel zeigt"). wir wandern hoch (hier kommt uns keiner entgegen - und auch die 30km im auto dahin sehen wir gerade mal einen jeep und eine handvoll mofas) und schauen runter nach laos. leider ist alles ziemlich diesig. runter geht es in alter LKW manier mit motorbremse im
ersten (!) gang - 8-10% gefaelle! durch einige karen doerfer wo ich sanela
guenstig gegen einen sack opium eintauschen kann. darum sitz ich jetzt hier
und schreib so ausgiebige und entspaahaahannte emails.

scherz beiseite: sanela ist *nicht* eingetausch und sitz neben mir hier in chiang kongh, direkt am grenzfluss zu laos dem mekong. waer ja auch bloed. so ist also meine droge das inzwischen warme singha bier (6% vol. - 0.66l) und spass machen tut es mir trotzdem - sehr sogar.

ende soweit fuer heute - die karaoke nebenan ist nicht mehr zu ertragen (vielleicht haette ich doch den sack mit opium?!?... nein!)

ciao, servus und goodbye,
sanela und marc
[Thailand, 9. März 2006]

hallo ihr lieben,

hier gibt es neues von den kaufmaennern. der nachtmarkt am sonntag war ne echte attraktion.
als wir eintreten ist der nachmarkt um ne attraktion reicher: uns!
selbst den groessten polizisten den man an den einlass gestellt hat, ueberragt marc noch um einen kopf und durch den weg durch die maerkte gibts getuschel, gegrinse, grosse augen, offenes lachen und haendeschuetteln.
kilometerlange staende mit ramsch, freiluftkino, theaterspiel, rummelplatz mit dosenwerfen und nem popkonzert. das ganze direkt neben nem goldenen buddha, der bei gecoverten hits verehrt wird. hier wird quasie getanzt und daneben gebetet.
sanela und ich trinken cola aus plastiktueten und schauen uns das spektakel weiter im sitzen an. schliesslich schlendern wir fast in vollstaendiger dunkelheit nach hause, vorbei an ner menge strassenhunden. vor der huette angekommen unterhalten wir uns noch mit ein paar franzosen die aus kambodscha kommen und dann geht es unters moskitonetz.

am naechsten tag faehrt uns der eigentuemer des gasthauses nach einem
leckeren bananenpankake zum busbanhof und es geht los nach chang mai ("die neue stadt") im norden von thailand. 2. klasse bus. mit aircon aber auch mit kaputter kupplung. beim anfahren merk ich schon, das das ne holprige 5 1/2h fahrt wird. beim busstop giesst der fahrer wasser ueber den keilriemen(?), spaeter faehrt er nur noch im 2.ten gang an. in den bergen macht das
getriebe dann richtig musik und er kriegt gar keinen weiteren gang mehr
rein. wir quaelen uns hochtourig den huegel im 2ten hoch. auf das die kiste
bloss nicht abkocht mitten in der mittagshitze. schliesslich sind wir oben
und es geht auf der anderen seite runter. und auch die bremsen laufen bei
der nun folgenden abfahret nicht heiss.

und noch was klappt super. wir rufen bei klaus an, s. 332 im reisefuehrer klose: "was ganz besonderes..."). via handy direkt aus dem bus. der hat platz und holt uns direkt vom busbahnhof ab.
mehr zu dem ehemaligen anwalt und seinem tollen haus im alten adelsstil der thais dann in der naechsten email.
eins naemlich vorneweg: seine thailaendische frau kocht hervorragend und ich kann es quasi fast schon wieder riechen....

gruesse kurz vorm abendessen,
sanela und marc

p.s.: dank martin sind wir ja hier bestens ueber die aktuelle wetterlage in muenchen informiert: macht das schneeschippen spass? :-)

p.p.s.s.: morgen machen wir uns auf zur reise in das goldene dreieck. klaus - selbst quasi mitauthor des klose reisefuehrers - hat uns eine besondere route aufgeschrieben. also kurz bevor es kein internet mehr gibt, melden wir uns nochmal - und berichten.
[Thailand, 5. März 2006]

hallo ihr lieben,

erste lebenszeichen der kaufmaenner aus thailand. eins gleich vorneweg ich schreibe hier mit einer thailaendischen tastatur und ich habe keinen bock meine zeit hier mit fehlersuche zu veschwenden - also contenance si vous plait :-)

sanela und ich sind gut angekommen obwohl der flieger voll und die sitzplaetze scheisse waren (sanela hatte einen pflock im fussraum und ich einen jammerlappen hinter mir der "richtig lange beine hat" aber leider einen ganzen kopf kleiner ist als ich).
von dubai nach bangkok wars dann besser - oder wir einfach einen deut mueder (aeon flux hab ich mir dennoch gegeben: fuer alle, die sie kennen ein netter zeitvertreib...)

ganz nett war auch zu sehen, wie sich zwei englaenderinnen vor uns die kante im flieger gegeben haben. zum schluss singend und ordentlich voll. viel spass hatten die bestimmt dann am taxistand. also touchdown: 17.00h ortszeit (=11.00h in muenchen); keine taxis - 150m schlange. sanela und ich haben das ganze per limousinenservice geloest. der ist zwar doppelt so teuer - kostet aber immer noch weniger als ein trip aus der innenstadt nach zamdorf. so who cares :-) ?

unser hotel ist prima und wird gleich wunderbar "beschlafen". sprich nachts um 23.30h ist fuer mich die nacht zu ende. sozusagen negativer jetlag.
sanela schlaeft wunderbar. marc plant das weitere.

fruehstueck. ab ans busterminal im norden. in dem skytrain wird uns das erste mal klar, wer hier die exoten sind ... witzig.
sanela stellt mit enstsetzen fest, das sich die maedels hier nicht rasieren. marc stellt klar dass sanela damit die beine meint :-)) BEIDE stellen wir fest, dass in mo chi (endstation skytrain) KEIN BUSBAHNHOF ist, und auch kein schwein englisch spricht. schliesslich erwischen wir den
einzigen rothaarigen weit und breit, der uns dann prompt in ein taxi weisst.
"ihr koennt auch laufen, dann seit ihr ungefaehr 2h unterwegs..."
also taxi und - gott sei es gedankt, hat uns das hotel den busbahnhof auch in thai-schrift aufgeschrieben. denn: hier spricht nicht nur kein schwein englisch hier ist alles in @#$!(*@
schliesslich bringt uns der taxifahrer zum busbahnhof und wir sitzen dann auch im bus nach phitsanulok. ein bus nicht voller narren, aber voller thais - und zweier unbeugsamer muenchner die sich weigern thailaendisch zu verstehen :-)
nichtsdestotrotz kommen wir an (durch geschicktes beobachten, merkt marc, dass in der fahrkarte sogar ein essen mit enthalten ist. das erste thai essen am wegesrand muss allerdings leider durchfallen. ingwer. buahaeee) und das mit einem bus, in dem man sich weiter zureckfahren kann als im flugzeug
(natuerlich kleinere leute hinter sich hat) und nebenbei noch eine
fussstuetze ausgefahren bekommt. einwandfrei.


schliesslich phitsanulok. 5 1/2h, 368km, 277baht fuer jeden (=10EUR zusammen, incl ingwer essen :-), getraenke und keksen). mit haenden und fuessen erkennen wir, wann wir auszusteigen haben.
nachtmarkt in philou. 1000 staende.und trotzdem selbst fuer sanela nicht so prickelnd... vielleicht auch eine groessenfrage.
erwaehnenswert hier ist unbedingt das thailand fuer marc das land der denkANSTOESSE ist. sprich: auf dem markt viel zu tief haengende festinstallierte schilder. und auch in der kneipe danach denkwuerdiger kopfstoss. gluecklich nach drei 0.6l bier (zusammen, freunde!) zurueck ins hotel unter das mitgebrachte moskitonetz.

7.30h am naechsten morgen gibt es ein feuriges fruehstueck (sanela
verweigert - aphten gehaendicapped - nach 2 loffel; marc kaempft sich unter traenen bis zur haelfte durch)
dann geht es mit brennender fresse auf buddhashow. wie ihr kulturellen
hochgeister sicherlich wisst, steht in philou der bedeutenste buddha des
sukhothai-stils. nach ein paar buddhas mehr geht es weiter:
kein tuktuk am start; also am busstop richtung busterminal. ein
kinderspielplatz daneben nur leider kein bus. auch nicht nach 20min. dafuerkommt ein auto voll mit winkenden kindern. wir koennen kein thai aber der gesichtsausdruck der 7(!) aus dem wagen aussteigenden kindern spricht baende: "yieeeehhh - spielplatz!"

nach weiteren erfolglosen 10 minuten - kein bus weit und breit - steigt ein thai aus dem auto und fragt uns wo wir hinwollen. "busterminal" - "long to wait for a bus". nicht nur das er englisch spricht, er winkt uns zu seinem auto und faehrt uns hin!

dann per schaukelbus auf kaputter sitzbank geht es dann in die "wiege thailands": sukhothai! just in time aufgewacht - alle beide - ins gasthaus und dann gleich weiter in die alte stadt - per songthaew und zum doppelte touripreis. umgerechnet 40 cent.
per fahrrad (marc sieht auf seinem damenfahrrad verdammt sexy aus - "der affe auf dem schleifstein" - kleiner insider an die, die es verstehen...) geht es weiter auf buddhashow. cool, fast umsonst und draussen - erster sonnenbrand trotz sonnencreme (marc).
faehnlein fiselschweif oder die jungen pioniere sind auch da. auf
schnitzeljagd. superstar marc gibt in diesem rahmen autogramme.


tja, und jetzt sitzen wir fenestil und autan getraenkt in unserem netten gaestehaus. ohne fernsehen, mit muecken und klima, mit super essen vollgefressenen baeuchen - am thai bier nippend - hier an der vollerschlossenen elektronisdchen welt. habt ihr ein schwein!

liebe gruesse.
sanela und marc

p.s.: fuer uns geht es jetzt weiter zum dorffest/nachtmarkt. vielleicht finden wir ja ein xl-leinenhemd fuer sanela und ein xxxx-supersize-xl hemd fuer den kleinen marc..

Mittwoch, April 26, 2006

[USA, 15. September 2005]

Hi,

so jetzt muss ich mich aber wirklich sputen. Sanela und ich sitzen hier
quasi auf Abflugkohlen und das Reisetagebuch wird diesen Urlaub wirklich
vernachlaessigt hier gibt es eben viel zu sehen.
Drum also noch schnell - in ein paar Stunden geht der Flieger zurueck - ws
noch alles geschah.
Aus dem Bryce Canyon raus sind wir Nationalparkjunies gleich weiter in den
Zion National Park. Dominieren im Bryce Canyon die erodierten Pilonen bei
schon recht kühlen Temperaturen - vor allem in der Nacht -, so ist der Zion
Nationalpark wieder heisse Wüste. Pünktlich zum Abendrot sind wir in diesen
Canyon eingefahren. Das Nachtlager umrahmt von von der Abendsonne
angeschienen, quasi "glühenden" Steilwände - wieder mit Wild im
Campingplatz. Leider kein offenes Lagerfeuer da extreme Brandgefahr. Aber:
Kohlen sind erlaubt und so gibt es dennoch warmes Essen. Und eine stürmische Nacht in der ich Nachts nochmal rauskrabbele und die Sturmschnuere anbringe und das Zelt nachspanne. Im zelt liegend hat man naemlich das Gefuehl weggeblasen zu werden. Nach dem Nachspannen geb ich mir noch den Sternenhimmel der noch klarer ist, wie fast schon gewohnt.

Am naechstem Morgen wird der Nationalpark dann ebenfalls bewandert.
Allerdings nicht so ausgiebig wie der Bryce, da es a) heiss und b) ziemlich
viel geschlossen ist. Schön am Flussbett lang mit einem Abstecher mitten in
die Felsen laesst uns aber auch da die Landschaft geniessen. Generell laesst
sich sagen, sobald man den kinderwagentauglichen Teerweg auf dem Haupttrail
- und damit die doch so lauten Amerikaner (ehrlich: 2 Leute reichen hier 50m
weit! Unglaublich) - verlässt, wird es richtig schoen.

Nachmittags liegt dann ganz schoen weg vor uns. Runter nach San Diego. Zum
Mittagessen fuer $12 All-You-Can_Eat-Halt in Vegas. Nebenbei ein netter
Spartip: kurz vor 16.00h kommen und noch Mittagsbuffet bezahlen. Ab 1600h
wird dann Abendbuffet aufgetischt und man kommt sozusagen auf Mittag und
Abendessen fuer den Preis eines Mittagessens. Auch gut: mit Pulli kommen und
vorher Blase entleeren, denn am heissen Buffet werden die Touristen
runtergekühlt und die Klos sind draussen... Wer rausgeht, zahlt neu. Die
Schwaben in Vegas ... Spätzle gabs dennoch keine.

30 Meilen vor San Diego ist der Tag dann zu Ende. Wir steuern das zweite (!)
Motel unserer Reise an, schlafen aus und schauen uns am naechsten das suesse
San Diego an. In der huegeligen Stadt die nach Verona Poth's Kind benannt
ist, gibt es ein Haufen nette Häuschen direkt am Meer. Wir nehmen den Scenic
Drive und schauen uns die Stadt aus dem Auto aus an. Ruck-Zuck
amerikanisiert die zwei Münchner: was mit dem Auto geht, wird mit dem Auto
gemacht.
Weitere 30 Meilen von San Diego zelten wir in einem Kakteenfeld mit Aussicht auf einen Stausee. Der Zeltplatz liegt kurz vor unserer naechsten Destination: dem Viejas Outlet Center, dem wir am naechsten Tag einen Besuch abstatten. Auf Details will ich garnicht eingehen, wen's interessiert: http://viejas.com/VOC/html/vtour.htm und: ja, die Klamotten sind billig.

Am Nachmittag dann auf nach LA. Auf in den Stau und auf auf Motelsuche. Vom Sueden kommend empfiehlt uns der Resiefuehrer einen Campground in Malibu. Das ist im Norden. Also durch die Stadt. Im Schritttempo. Mann. Endlich da und gerade noch im Sonnenlicht stellt sich der Campground als nicht mit dem Auto befahrbar und einsam und verlassen dar. Kein Bock unser Zeug 2 km in
die Pampa zu tragen, machen wir uns bei Dunkelheit dann eben auf die Suche
nach einem Motel. Ist die Stadt im hellen schon nicht besonders einladen
wird es in der Dunkelheit haesslich. Auf dem einen Motelparkplatz in
Hollywood scheuchen wir die Nutten auf. In dem anderen richt das Marihuana
links und rechts aus dem Hotelzimmer raus. Am naechsten steht eine Horde
Hispanics vor dem Likörladen und schaut nicht besonders gastfreundlich.
Schliesslich entsinnen wir uns auf die Motelkette die wir bereits in San
Diego hatten und visieren das naechste Comfort Inn an. Also quer durch die
Stadt mit unserem Coupon-Buch, das uns auch hier guenstige Hoteltarife
verspricht. Ist der Parkplatz hier auch mit ein paar windigen gestalten
belegt so macht das Motel selbst einen guten Eindruck. Neu renoviert. Die
dicken Stahltore und die ergiebige Kameraueberwachung vermitteln Sicherheit.
Am naechsten morgen dann Sightseeing. Das obligatorisch wenige was die Stadt
touristisch zu bieten hat. Das Observatorium mit Blick auf das Hollywood
Schild ist gleich mal zu. Für drei Jahre. Komplett. Wir erhaschen nebenan im
"Berlin Forest" dennoch einen Blick auf das Wahrzeichen. Dann auf dem
Hollywood Boulevard ein Besuch auf dem Friedhof auf dem sich manch ein Star (oder anderer Bonze) ein (durchweg kitschiges) Denkmal gesetzt hat. Neben dem Prunk sieht schon die Friedhofswand wie ein rostender Eisenbahnschuppen aus.
Ab in die Hügel der Beverly Hills. Hier kümmern sich Haufen von Mexikanern um die Gärten der Reichen. Und auch hier und weiter unten am Rodeo Drive sind die Strassen müllfrei.
Wir fahren, naja schieben uns durch den Stau beschreibt es wohl besser, nach Santa Monica und schauen uns den Vergnuegungspark _auf_ dem Pier an.
Lustig
auch Venice Beach: hier wimmelt es nur von Selbstdarstellern und Freaks. Nebenan auf dem Muscle Beach traenieren die Bodybuilder und die Jungs
spielen Street-Basketball oder fahren Skateboard.
Die Sonne geht unter und wir folgen dem Rat des Reisefuehers und verlassen die Gegend um Venice Beach mit Richtung Santa Barbara.
Nicht ohne nochmal an unserer Burgerbude von Gestern zu stoppen und erneut Carl's Junior Burger einzubauen. Hatten wir gestern noch LowCarb Burger
erwischt - das sind Burger, die nur in Salat eingewickelt sind (? Für den
figurbetonten Ami keine Semmel?)- gibt es heute abend Burger im klassischen
Brötchen.

Wir kommen bis Ventura wo die Motel-Coupon-Suche (beinahe) auf Anhieb
klappt. Am naechsten Tag dann Santa-Barbara. Auch hier tuts der Scenic Drive
und ein wenig die Haupteinkaufsmeile die, im Gegensatz zu den meisten
ameriknischen Städten, sogar ganz niedlich ist. Ein kleiner Besuch im
Puma-Laden (ohne Jaderfolg) und wir duesen weiter nach SF.

In der Morrow Bay finden wir durch Glück ein echtes Juwel von Campingplatz -
direkt in den Dünen, mit dem Pazifik dahinter und Surfer links und rechts.
Auch wieder auf den letzten (Sonnen)Drücker angekommen schlagen wir unser letztes Camplager auf, und geniessen nochmal die Lagerfeuerromatik aus vollen Zügen. Steht doch morgen schon SF an, wo wir wohl auf das Zelt aufschlagen in Tom`s Wohnung verzichten werden.

Tom hat sich hier in Alameda ein ganz nettes Junggesellenlager eingerichtet. Direkt an der Bay wo er es weder weit zur Arbeit nach Oakland, noch zum Strand zum Kite-Boarding hat.
Nachdem ja der erste Versuch seine Wohnung zu finden mehr oder weniger nur
durch Glück geklappt hat, haben wir auf unseren Weg die 808 hoch noch mehr
Glück. Gerade noch telefoniert, fährt er schon an uns vorbei - zurueck von
einem Kite-Spot in der Nähe von San Jose. Amerika ist gross, nein klein,
aehh - ich weiss nicht aber dass war ja eigentlich ein Ding der
Unmöglichkeit.

Die restlichen Tage hier in SF standen dann ganz im Zeichen des Tourismus
und des Shoppings. Sagt ich schon, dass die Klamotten hier günstig sind? Die Puma-Schuhe sind es auch.
So sind Sanela und ich jetzt mit 3 Paar Pumas, x Tshirts und _ne Menge_Bilder (Golden Gate, Twin Peaks und ein paar von der Cable-Car) bestens fuer den Heimflug ausgestattet.

Koffer sind gepackt. Die eMail hier gleich weg und wir auf dem Weg nach Hause.

Bis bald,
Sanela und Marc
[USA, 13. September 2005]

Hallo ihr Lie
ben,

entschuldigt die doch erhebliche Verspätung der elektronischen
Korrespondenz; uns geht es prima - wir waren nicht zum Schwimmen in New
Orleans sondern haben mangels Infrastruktur uns solange nicht gemeldet.
Das liegt vor allem daran dass wir uns quasi die meiste Zeit in der
herrlichen Wildnis des Wilden Westens aufgehalten haben und erst seit ein
paar Tagen wieder in der richtigen "Zivilisation" (wenn man es denn so
nennen mag) aufhalten: San Diego, LA und jetzt zu Besuch beim Tom.

Dementsprechend gibt es viel zu erzählen: das letzte Mal waren wir ja kurz
davor zum Grand Canyon durchzustarten. Noch im resourcen-dekadenten Las Vegas in unserer ebenso resourcen-verschwendenden (und damit mein ich nicht
nur die Resource Wasser sondern auch die Resource mit den hübschen altbackenen Politiker-Perücken drauf) Jacuzzi Suite mit besagtem Internetzugang. Nichstdestotrotz haben wir Las Vegas genossen und uns zwei
klasse Shows gegönnt.

Dann haben wir den Grand Canyon angefahren. Den South Rim diesmal, mir auch
noch unbekannt. Über den (unsinnigerweise) polizeilich ziemlich gesicherten
Hooverdam, der in den dreissiger Jahren mit soviel Beton gebaut, dass es eine zweispurige Strasse von SF nach NY gereicht haette. Kaum zu glauben, welche darueberfahrende Autobombe dem etwas anhaben soll. Weiter ein Stück Route 66 mit dem faszinierenden Wechsel der Landschaften. Ab und an sieht man ellenlange Containerzuege die sich mit bis zu vier Locks durch die
Landschaft ziehen lassen.


In Grand Canyon National Park angekommen läuft uns - oops - eine staatliche
Elchkuh ueber den Weg. Wir beide - allerdings nicht unser Auto - sind
umgekippt (vor Staunen). Genauso war der Sonnenuntergang. Nicht zu beschreiben - selber sehen.
Am naechsten Morgen haben wir uns dann mit Shuttlebussen ueber den Weg am Abgrund, der sogenannte Rim, chauffieren lassen. Einsatz Sanela. Es waren kaum Freunde aus dem fernen Asien anwesend. Ich bin mir auch ohne direkten Vergleich sicher, das sie - wenn anwesend gewesen - sie gegen meine
bild-um-bild-schiessende Frau ganz blass ausgesehen haetten ;-)

Am Nachmittag trennt sich dann der Auto Konvoi. Familie Volk muss zurueck
wohingegen wir weiter gen Osten fahren.
Wir fahren ein gen Sued-Osten (Flagstaff) und übernachten an einem
erloschenem Vulkan. Auf schwarzer Erde mit roten und gelben Blumen
durchsetzt breiten wir unser Campfire. Campen hat mal ganz generell in den
USA *viel* mehr Stil als in Europa. Hat man neben einer eigenen Picknickbank und Feuerstelle meistens auch einen fest installierten Grill dabei. Abends also freiwilliges, gemuetliches Räuchern vorm Holzfeuer. Der naechste Nachbar ist meistens mindestens 50m weit weg. Also weit und breit absolute Lagerfeuerromantik. Praktisch nebenbei wenn man sich im Supermarkt mit gutem Campingstuff (in unserem Falle XXL-Supersize Campingstuehle made in China but for american Ärsche)ausruestet.

Page - Lake Powell - heisst die Destination des nächsten Tages. Direkt am
aufgestauten Colorado River beziehen wir unser Nachtlager. Ich wiederhole:
*direkt* am See, in den Sandduenen. Nicht nur mit Blick auf den See quasi im
See. Dieser Blick beschert uns auch ein schoenes Festmachmanoever von einem Segler mit seinem Trimaran direkt. So sicher wie der Typ sein Boot dann am Strand festmacht kann es sich nur um einen Deutschen handlen. Was sich dann
auch so herausstellt. Schoner Grosskotz von deutschem Unternehmer, der "halbes Jahr in Deutschland, halbes Jahr hier" ist. Immerhin leiht er mir seine Axt mit dem ich unser Feuerholz fuer die Nacht spalten kann. Ebenfalls deutsch ist das Pärchen mit dem umgebauten Wohnmobil mit Traunsteiger Nummer. Halbes Jahr auf Amerikareise. Sie hat dafuer 3 Jahre vorgearbeitet und er kurzerhand gekuendigt.
Neben dem Antilope Canyon (http://photographica.org/store/Places/browse/11798) und dem berühmtem Colorado River Bend
(http://www.livingwilderness.com/southwest/horseshoe-bend.html) haben wir
uns den Rest des Nachmittages am See gegoennt.

Am nächsten Tag haben wir uns dann doch entschlossen, den Abstecher zum
Monument Valley zu machen. Den ganzen Tag im Wagen - mit einem kleinen
Abstecher zum Navajo National Monument (http://www.exploitz.com/national_park/nav ajo-national-monument-picture-06.php) - schliesslich Monument Valley.
(http://www.luzestelar.com/Foto/es/usa-12.htm Monumental). Anders nicht zu beschreiben. Sanela und ich klemmen uns den Visitor Center (nachdem wir doch tatsaechlich zunaechst dran vorbeigefahren sind und uns erst bei indianischen Strassenhaendlern nach dem Weg erkundigen muessen "Visitor Center?" "Here is the Visitor Center!"), drehen um und fahren zurueck.

Nach Einbruch der Dunkelheit suchen wir uns ein Motel im Transitnest Kanab.
Das erste "Zimmer" nach Las Vegas. Muffiges Zimmer fuer 75$. Aber mit Dusche. Und nur noch 120 Meilen in den sagenhaften Bryce Canyon, den wir am
naechsten Tag ausgiebig bewandern. Sagenhaft was die Erosion da geschaffen
hat. Die Wanderung ins Tal hinab und wieder hinauf lässt uns die
unglaublichen Felsformationen ausgiebig erleben, nicht zu vergleichen mit dem touristisch geteertem Pfad am Rim entlang...

Ich lass euch mal mit dem Bild hier allein

(http://www.polaris.nova.edu/~alford/MC/Bryce-Canyon-NP.gif). Tom ist vom Arbeiten zurueck und die Budweiser bereits offen. Morgen oder uebermorgen gibts mehr. Sturm im Zion National Park, auf Motelsuche in schlechteren Teil Hollywoods oder wie wir Vogge auf der Interstate getroffen haben - morgen
mehr.

Beste Gruesse,
Sanela und Marc

[USA, 1. September 2005]

Hallo ihr Lieben,

diese Gruesse erreichen euch aus Luxur...
. nein, nicht Aegypten sondern Las Vegas - http://www.luxor.com

Sanela und ich haben uns hier zur Feier der Tage eine Jacuzzi Suite im 13.
Stock rausgelassen. Ich sitze hier im Moment in unserem Zimmer und schreibe
ueber den Fernseher diese Mails.

Der Weg hierhin war wie erwartet sher aufregend. Nachdem wir von Birgit am
Flughafen in SF abgeholt worden sind, ging es nicht ganz ohne Probleme nach
Alameda in Toms Wohnung. Nach ein paar Tunneldurchfahrten sind wir doch
tatsaechlich aber eher per Zufall bei Tom gelandet. Wo uns schon
heisshungrig Tom, seine Schwester und seine Nichte erwartet haben.

Am naechsten Morgen gings dann auch schon los. Mit zwei Autos. Toms Ford
Explorer Pickup und unserem suessen Cabrio: einem Chrysler Station Waggon -
ihr wisst schon, dieses auf Retro gemachte Auto: fuer mich nicht ganz
standesgemaess -muss ich doch in Amerika mit einem *kleineren* Auto als in
Deutschland fahren - aber Sanela findet es prima und so kutschier ich meine
suesse eben in dem "Mini" (im Vergleich zu diesen Riesenpickups die hier
total in Mode sind) durch die Gegend.
Nach einem halben Tag Fahrt sind haben wir unsere Zelte dann in einem
Campingplatz mittem im Yosemite National Park aufgeschlagen. Inmitten
riesiger Baeume und Felsen. Mit eigener Picknickbank und Feuerstelle sowie
einem eigenen Bearlocker - das sind ziemlich massive Eisencontainer, in die
alles interessant Riechende (also neben dem obligatorischem Riesensteak auch
Kosmetik, Medizin und Zahnpasta) weggeschlossen . Noch dazu wird dir
geraten, dir nicht die Zaehne zu putzen, da das ebenfalls die Baeren riechen
und angelockt werden.
Ums kurz zu machen: wir haben keine Baeren gesehen, nur gehoert. Alle haben
die (scheisskalte) Nacht ueberlebt.

Aus dem Yosemite Park mit annaehernd Null Grad in der Nacht ging es weiter
ins Death Valley mit 48 Grad - abends um 18.00Uhr!! Nicht ohne Nervenkitzel
verlief die Fahrt dahin, da auf der Haelfte der Strecke - gerade schoen in
der Wueste Toms Auto schlaff gemacht hat: Die Automatik konnte bei
Bergabfahrten den Gang nicht halten, so dass wir die letzten 50 Meilen (und
auch die naechsten 150 nach Vegas am Tag drauf) mit Gas und Bremse
gleichzeitig bewaeltigt haben - unter Last blieb der Gang naemlich drin.

Wie wir es dann nach Vegas geschafft haben und ob wir die Fahrt morgen zum
Grand Canyon fortsetzen konnten erfahrt ihr in der naechsten Mail. Sanela
und ich haben naemlich Karten fuer die Blue Man Group und die Show geht in
20 min los. Also alles Beste soweit mal und

liebe Gruesse,
Sanela und Marc

Mittwoch, April 12, 2006

[Australien, 30. Juni 2003]

Hi,

wir sind zurueck in Sydney. Das Wetter ist unerwartet gut: Kurze-
Hosen-Wetter :-)
Unser Flug geht in 9 Stunden.In der Zwischenzeit droht Sanela mit
einer letzten Shopping-Attacke :-). Davor bekommt Marc noch ein
Paeuschen im Internetcafe...

Vom Flug Darwin-Sydney haben wir beide nichts mitgekriegt - wir sind
jediglich zum Essen wach.

Gestern erleben wir dann Sydney bei Tag: Wir geniessen die Sonne in
Darling Harbour. Essen in Chinatown und machen eine Rocket-Harbour-
Sightseeing-Tour. Vom Wasser aus dann die Oper und die Harbour
Bridge, dazwischen jede Menge Segelschiffe. Die langsam untergehende
Sonne strahlt auf die Skyline von Sydney... Sanela staunt: KPMG,
Ernest&Young und sogar Allianz und Axa-Wolkenkratzer, Nur den
Muenchener Rueck Tower entdecken wir nicht ;-(

Im Northern Territory Center gibt es eine Didgeridoo-Performance,
untermalt mit Wahnsinnsbildern aus dem Outback - viele davon haben
wir mit eigenen Augen gesehen... Schoen und traurig, sie nochmal zu
sehen.

In den Abendstunden ein Besuch im "Aquarium". Obwohl wir beide
eigentlich keine Fisch-Fans sind, ist es echt aufregend. Der
Hauptschwung der Besucher ist weg - wir laufen durch die Glasgaenge
des riesigen Meerwasserbeckens; um uns und ueber uns Haie,
Riesenrochen, Schildkroeten und natuerlich jede Menge andere Fische.
Dazu abgefahrene Klaenge, gruselig.
Auch die paar uebrig gebliebenen, asiatischen und amerikanischen
Touristen sind gruselig. Machen sie doch einen Riesenlaerm und
stellen sich mit Vorliebe genau dahin, wo wir eigentlich unsere
letzten Bilder verknipsen wollen. Grrr...
Wir verweilen am Great Barrier Reef Becken. Ebenfalls ein riesiges
Glasbecken. Die vielen Fische scheinen sich genau zu den Klaengen der
klassischen Musik zu bewegen. Fesselnder Anblick. Wunderschoen.

Zum Abschluss unserer Australienreise machen wir zwei dann auf
Couchpotatoe. Wir holen uns Pizza, eine Flasche Shiraz aus dem
Bottleshop und ab ins Bett. James Bond rettet die Welt.

Haben gerade schon das deutsche Wetter gecheckt. Sieht so aus, als
schwitzt Ihr gerade ganz ordentlich. Keine Sorge, wenn wir
zurueckkommen, kuehlt es wieder ab :-)
Mit der ganzen Zeitumstellung, also schon in 25 Stunden!

Australien, wir kommen wieder!
Bald.

Liebe Gruesse zum letzten Mal vom anderen Ende der Welt,
Sanela und Marc
[Australien, 27. Juni 2003]

Hallo,

nach den Tagen im Busch sind wir wieder zurueck in
der "Zivilisation" - Zeit und Moeglichkeit also, Neuigkeiten von uns
ueber den Ozean zu schicken.

Nach der kurzen Nacht in Alice stehen wir puenktlich um 5h15 am
Pickup-Platz - um zu erfahren, dass wir erst am naechsten Tag dran
sind :-(. "No worries" - es ist noch Platz im Reisebus und wir
koennen doch schon heute los Richtung Norden. Also ein Tag weniger in
der Wueste, ein Tag laenger in Arnhemland.

Die Reise selbst verlaeuft relativ tourimaessig. Im grossen
klimatisierten Reisebus gehts den Stuart Highway hoch. Erster Stop an
einer Aborigine-Galerie: Haufen Didges, von denen eins sogar ganz gut
ist. Allerdings reicht die Zeit vorne und hinten nicht: 30min und
dann gehts weiter - einer der Nachteile, wenn man in einer Gruppe
reist.

Naechster Stop: Devils Marbles. Eine Ansammlung von riesigen Steinen,
die das Wetter in Jahrhunderten zu Murmeln mitten im Nirgendwo
geformt hat. Der Boden und damit die Pflanzen rings rum enthalten
Stoffe, die einen Grossteil des Viehs der ersten Rinderherden
verenden liess: voila der Name: "Devil Marbles".

Tennant Creek Goldminentour. Ziemlich interessant, wie sich die Suche
nach Gold entwickelt hat. Vom Arbeiten mit Hammer und Meissel in 70cm
breiten Rattenloechern zum vollautomatischem Abbau in riesigen
Tunneln.

Vorbei an der Jackson Bar, die, so Al der Busfahrer, der Grund fuer
einen Umzug der Stadt war: Der LKW der Bier liefern sollte, ist ca.
15 km vor Tennant Creek mit einer Wagenpanne liegengeblieben. Anstatt
den defekten Wagen in das Dorf zu schleppen, haben die Trucker
kurzerhand ihre Ladung an Ort und Stelle verkauft - und so ist das
Dorf nach und nach zum Bier gezogen. Eine Geschichte die zeigt, wie
stark der Durst auf ein Bier in der Wueste sein kann :-) ...

Nachtlager auf der Banka Bank Cattle Station, wo neben Emus und
Kangaroos auch Buschpoeten und Kuehe frei herumlaufen. Der Buschpoet
unterhaelt uns und eine zutrauliche Kuh verschreckt erst die Emus und
scheisst dann die Umgebung zu. Wir geniessen den gigantischen
Sternenhimmel der Wueste. Alle 15min kuendigt sich einer dieser
Ungetueme der Neuzeit an: ein Roadtrain. 5min spaeter (!) rauscht er
dann an uns vorbei - Ein Truck mit bis zu 4 Anhaengern, Vollgas...

Der naechster Tag beginnt wieder frueh. 6h00. Erster Stop am
aeltesten Pub der Northern Territories: Daily Waters. Hier, wieder
mitten im Nichts, die ganzen Originale, wie man sie sich vorstellt:
Cowboyhut, Weste, dreckige Jeans. Etc. pp. Und der erste Biergarten,
den wir in Australien sehen :-). Also ist um 11.00h unser erstes Bier
faellig. Nebenbei preisen wir unserer Reisegruppe die Biergartenstadt
Muenchen an.
Und nebendran kann die Air Force innerhalb von 3 Stunden ihr Space
Shuttle landen. Abgefahren.

Nachmittags in den Thermalquellen von Mataranka. Unter Mangroven und
Palmen. Lauwarmes und kristallklares Wasser. Was fuer eine
Erfrischung!

Weiter geht die Fahrt. Wir fahren durch Didgeridoocountry: die Steppe
ist passee: links und rechts wohin dass Auge reicht Eukalyptusbaeume,
Stringybark, Wollybutt, Salmon Gum und Termitenhuegel.
30 min Pause in Katherine, wo Marc gerade mal einen Didgeshop
schafft. Versteckt in einer Garage, mit aussergewoehnlichen (und
ausserdem unverkaeuflichen :-( ) Didges. Kurzer Smalltalk, dann
muessen wir schon weiter. Grr. :-(

Nachtlager zwischen Termitenhuegeln ausserhalb von Katherine. Marc
gibt den Abend Didgeunterricht.

Katherine Gorge am naechsten Tag. Wir entscheiden uns fuer einen
Cruise - eine Fahrt im Touriboot, obwohl Marc schon juckt, die
Schlucht mit einem Kanu zu erforschen. Sanela setzt sich durch, eine
gute Entscheidung. Laufen wir doch bequem an den Kanuten vorbei und
schauen zu wie sie sich ueber die felsigen Passagen der Schlucht
kaempfen.
Beim Ablegepunkt sind die Eukalyptusbaeume voll mit Flying Foxes
(Fledermaeuse) - machen die ein Geschrei! Marc macht den Fehler und
fasst seiner Frau von hinten in die Haare - uups! Da haengt fuer ein
paar Minuten der frische Familiensegen schief :-)

Nachmittags dann die Edith Falls. Wieder so ein Juwel mitten in der
Hitze. Es ist inzwischen naehmlich richtig heiss - und drueckend.

Abends Ankunft in Darwin. Hotelsuche. Wir sind ja ein Tag frueher als
geplant da und muessen also selber suchen. Darwin entpuppt sich als
Partystadt. Alles voll mit jungen Leuten, die feiern. Wir feiern nur
ein wenig im "Vic's", sondern hauen uns fuer 5.50$ (=2.50 EUR!) den
Bauch am Buffet voll und dann ab ins Bett.

Wie es weitergeht: Marc auf Didgeridoojagd. Sonnenuntergang in
Crocodile Dundees Backyard und Marc tanzt im Coroboree... Alles
spaeter. Wir gehen jetzt essen...

Bleiben Sie dran,
Sanela und Marc
[Australien, 17. Juni 2003]

Hallo Ihr Lieben,

sorry fuer die kleine Unterbrechung. Mitten im Regenwald, bzw. jetzt
gerade mitten im Nirgendwo ist auch das eMail schreiben nicht so ganz
einfach.

Diese eMail schreiben wir Euch aus Alice Springs, wie wir dachten
just neben Uluru (Ayers Rock). Naja ist dann aber doch nur 450km
entfernt ;-) ...

Aber zunaechst zurueck zu Cairns. Ostkueste und - Ihr wisst schon -
Didgeridoohimmel. Nein, Marc hat noch nicht zugeschlagen, ist aber
schwer auf der Suche.

Von Cairns aus sind wir in unser Honeymoonhotel (eins der wenigen,
die wir von Deutschland aus schon gebucht hatten) im Daintree
National Park (tiefster Regenwald) aufgebrochen. Kleiner Zwischenstop
am Lake Placid, wo man den langsam paddelnden Touris bei ihrer
Raftingtour zuschauen konnte :-). Mittag am Trinity Beach. Dann
beziehen wir unsere Huette auf Stelzen mitten im Regenwald. Wie
suess: eine Flasche "Sparkling Wine" steht schon bereit. Wir fuellen
den Spa auf dem Balkon, den Sekt in unsere Koepfe und geniessen das
Vogelkonzert im Regenwald. Es daemmert.
Abends nimmt uns Dan (ein australischer Hobbit) mit auf seine Tour
auf den Creek nur einige Meter vom Hotel entfernt. Kaum eingestiegen,
faengt es - ganz regenwaldgemaess - an zu schuetten. Ebenfalls
regenwaldgemaess: die Mozzies (Moskitos), die nun anstatt Marc (der
jetzt staendig eine Schicht RID auf seiner Haut traegt) die auch an
Bord befindliche amerikanische Familie auffressen.
Und schon sehen wir den ersten "Saltie" - ein Salzwasserkrokodil.
Langsam geht es den Fluss entlang. Trotz des Regens und der
Dunkelheit ueberzeugt Dan mit allerhand Tiersichtungen. Froesche,
Schlangen, Krokodile, Voegel, sogar springende Shrimps!

Der naehste Tag bringt morgens leider wieder schlechtes Wetter. Wir
besuchen eine Aboriginie-Community. Die Einzige im Umkreis, die
selbst noch Didges herstellt. Der Empfang ist reserviert, aber
freundlich. Didges sind da, aber fuer Marc keins dabei. Wir werden
das Gefuehl nicht los, wie bloede Touristen behandelt zu werden.
Noch eine ausgiebige Wanderung durch den Regenwald und zurueck in den
Spa, denn es ist tropisch schwuel.
Nach 5 Stunden Spa und Schwimmhaeuten am Koerper geht es ab zum
Essen. Das Hotel, nicht nur der Spa, ist uebrigens sehr geil.

Am naechsten Morgen geht es vom Regenwald in die Wueste. Der Flieger
bringt uns nach Alice Springs, in the middle of nowhere. Wir checken
ins Hotel ein und schlendern durch die Stadt. Es ist erstaunlich kalt
und wir gehen erstmal warme Klamotten kaufen. Dann zum
Sonnenuntergang auf Anzac Hill vorbei an einem umgestossenen
Kinderwagen und einer Gruppe Aboriginies, die sich laut anbruellen.
Auffallend viele Eingeborene in der Stadt. Auch hier eher traurig
anzuschauen... Den Sonnenuntergang teilen wir mit einer ganzen Menge
Touristen und verschwinden dann ins Bett.

Es geht naemlich frueh los - zum Sonnenaufgang sitzen wir bereits im
Bus Richtung Uluru. Alles pennt. Marc laesst sich den Sonnenaufgang
in der Wueste aber nicht entgehen. Traumhaft.
Erstes Wecken: Eine Kamelfarm. Kaffe und ein Ritt auf den
Wuestenschiffen zum Wachwerden. Warum die so heissen, wissen wir
jetzt. Beim abschliessenden Sprint laeuten alle Glocken... :-)

Weiter zu Katja Tjuta (die Olgas). Aus der Ferne schon fasziniert uns
der Anblick. Wir Riesenmurmeln liegen sie da, im Flachland der
Wueste. Das Valley of the Winds hat schon Stephen Kent in seiner
Musik inspiriert und Marc setzt sich ab, um auf seinen Spuren zu
wandern. Leider ist Hauptsaison, und so wird die heilige
Initiationsstaette der Anangu von laut trampelden
Touristen "besichtigt".

Die Gruppe ist zu spaet wieder zusammen und der Bus muss ordentlich
Gas geben um rechtzeitg zum Sonnenuntergang am Uluru zu sein. Der
Fels - ein maechtiger Anblick. Absolut verstaendlich dass er fuer die
Eingeborenen etwas tief religioeses darstellt.
Am Fels selbst erwartet uns ein Volksfest: Es wird gegrillt. Japaner
sitzen auf Campingstuehlen. Es wird mit Champagner angestossen...
Canapees werden gereicht... :-((
Wir koennen uns dennoch ein wenig abseilen und geniessen das
Farbenspiel. Die Nacht bricht herein und der Fels leuchtet.

Die Nacht verbringen wir draussen in "Swags" (Swag = Sleep With an
Aussie Guy :-) ) - Schlafsaecke fuer den Schlafsack sozusagen.
Es ist schweinekalt. Der Sternenhimmel lohnt sich aber. Der Halbmond
strahlt das Camp fast taghell an. Ein Erlebnis fuer den Minga'ner.
Minga ist uebrigens ein Aboriginie Wort fuer die Leute, die den Fels
gegen ihren Wunsch besteigen - und wie "Ameisen" (=Minga) die Wand
hochgehen.

Am naechsten Morgen, nach dem Sonnenaufgang am Uluru bekommen wir
Gelegenheit das auch zu tun. Wir umrunden aber lieber den Fels. Hier
ist es ruhiger. Schoen. Ein bischen Zeit den Fels zu bestaunen.

Nachmittags geht es ins Buschcamp am Kings Canyon. Alleine im Busch.
Ziemlich geil - und wieder ziemlich kalt. Sanela perfektioniert die
Layerkleidung: Alles was man hat, wird angezogen. Ausserdem wagt sich
keiner naeher ans Feuer heran ;-) Wagemutige Frau hab ich da
geheiratet :-)

Nach einer wirklich beeindruckenden Wanderung auf und durch den King
Canyon den ganzen naechsten Vormittag lang und einer _langen_ Fahrt
zureck nach Alice Springs sitzen wir jetzt hier. Frisch geduscht und
in sauberen Klamotten. Dennoch hundemuede. Zeit in die Falle zu
gehen. In 5 Stunden geht es auch schon weiter. Nordwaerts, Richtung
Darwin, ab zurueck in den tropischen Norden...

Liebe Gruesse,
Sanela und Marc

P.S.:
(Marc) Eins muss ich noch loswerden, Guys: Mit ein Grund warum wir
jetzt so muede sind, sind die beiden Pitcher Bier, die ich hier bei
der oertlichen Backpackerparty im Hostel beim Didge-Contest gewonnen
hab :-) Yeah! :-)
Wicked digdende Gruesse!
[Australien, 28. Juni 2003]

Schoen, dass Sie noch dabei sind ... :-)

Darwin. Freier Tag. Zeit genug zu shoppen. Und zwar jeder nach seinen
Geluesten. Ausbeute am Abend: Sanela: 4 T-Shirts. Marc: wunde
Fuesse :-) (aber zwei Didges in naeherer Auswahl)...

Beim Fruehstuecken treffen wir Jessica wieder, die wir auf Fraser
Island kennengelernt haben. Australien ist zwar riesig, aber man
sieht sich immer wieder. Jessica kommt ueberigens auch aus Muenchen
und wohnt nur ca. einen Kilometer von uns weg...

Danach das Shoppen, nachmittags am Pool und abends endlich Pasta beim
Italiener. Inzwischen steht uns das Weissbrot und das staendige
Fleisch naemlich bis oben hin.
Nach der Pasta-Fuellung reicht es gerade noch fuer das Bett, eMail
schreiben faellt aus (sorry).

Am naechsten Morgen 6h30 werden wir abgeholt. War die Tour, die uns
nach Darwin gebracht hat zu gross, so ist die hier (angenehmerweise)
viel zu klein. Wir sind zu fuenft! Mit einer Frau als Tourguide, die
vor Energie und guter Laune nur so vibriert.

Litchfield National Park. Termite Mounds. Wie ein Friedhof der
Savanne stehen sie da. Termitenhuegel an Huegel. Klevere kleine
Biester, diese Termiten. Grade mal 5mm gross, sind sie doch schon
Meister im Airconditioning. Ihre Termitenhuegel sind genau laengs der
Nord-Sued Achse ausgerichtet. Heisst: angenehme Morgen- und
Abendsonne; aber mittags, wenn es am waermsten ist, nur ein Minimum
an Angriffsflaeche fuer die Sonne. Uebrigens: die groessten
Termitenhuegel, die wir gesehen haben, waren ueber vier Meter gross!

Florence Falls. Zwei Wasserfaelle neben einander. Das ganze ist total
idyllisch. Die Sonne strahlt in die Senke und formt einen Regenbogen
an der Felswand. Die Reflektion laesst sich sogar beruehren, so dass
man praktisch mit der Hand das Ende des Regenbogens beruehrt. Wie war
dass: am Ende des Regenbogens liegt ein Schatz begraben? Stimmt - wir
baden naemlich gerade darin!

Bushwalk zu den Tjaebala Falls. Ganz alleine planschen wir in den
Pools oberhalb der Wasserfaelle. Geil!

Auf dem Rueckweg lutschen wir Green Ants: Kaum zu glauben, schmeckt
wie Brause!

Am Buley Rockhole sind wir dann leider nicht mehr allein. Teilen das
Baechlein, mit seinen Windungen und kleinen Buchten, mit anderen.
Macht nichts, es gibt Platz fuer jeden. Wir bleiben schoen lange und
fuehlen uns wie Reptilien in unserem Sonnenbad. Bloss nicht bewegen.

Als kleines Extra, da unsere Gruppe so schoen klein ist (und damit
nichts wirklich lange dauert), faehrt uns Alex zum Sonnenuntergang
ueber eine wunderschoene Dirtroad zu den Shady Camps. Ein
krokodilverseuchter und mit Seerosen besetzter Teich reflektiert die
Sonne in allen Farben. Die Krokodile verabschieden sich ins
aufgewaermte Wasser, die bunte Voegelwelt spielt zum abendlichen
Konzert auf und wir sagen der Sonne gute Nacht. Auch hier sind wir
ganz alleine. Den Weg zurueck begleiten uns Wallabies und Kangaroos.

Zurueck im Bushcamp gibt es BBQ und ein Corroberree, ein "rituelles"
Tanzspektakel der Aborigines. Natuerlich eine Touristenshow. Nichts
desto trotz beeindruckend. Wild. Voll mit Energie. Wir wissen nicht,
wie man es besser beschreibt. Der Didgespieler ist ein 12jaehriger
Junge. Spielt das Didge aber schon so, so dass es singt. Der Aelteste
singt und schlaegt die Clapsticks waehrend der andere tanzt.
Der Aelteste erklaert ein wenig das Didgespiel und fragt, ob es denn
jemand probieren will. Alle drei sind baff, als Marc seinen
Balandastyle zum Besten gibt (Balandastyle ist die Art wie Europaer
Didgeridoo spielen, ohne jedwelche traditionelle Bedeutung, von den
Yolngul auch "Aeroplane noise style" genannt). Grosse Augen - und
grosses Hallo: "Magnymak!, Magnimak!" Und so wird Marc direkt mit
eingebunden in den Corroberree. Eine Runde ums Lagerfeuer inklusive.
Dann "feierliche" Bemalung. Marc bekommt das Krokodil-Totem auf den
Bauch gepinselt. Der Krokodiltanz zur allgemeinen Belustigung darf
(neben dem Moskitotanz) natuerlich nicht fehlen.

Nach der "Show" sitzen wir mit den drei noch am Lagerfeuer zusammen.
Bis auf vier andere, haben sich alle ins Bett verzogen. Witzigerweise
sind alle drei Galpu, also direkt verwandt mit Djalu, dem
Didgeridoobauer und -meister. Eben genau dem, der die Didges baut,
nach denen Marc schon seit drei Wochen sucht. Wir unterhalten uns
ueber Bushtucker, Yolngul-Medizin und warum andere Aborigines
reservierter zu den Balanda sind. Dingos stimmen ihr naechtliches
Konzert an. Es wird spaet. Wir verabschieden uns und gehen ins Bett.
Ein perfekter Tag...

Das Camp ist uebrigens ein Zoo, nur sind hier nicht die Tiere
eingezaeunt, sondern wir (in unseren Zelten). Schon bei der Ankunft
begruessen uns die ueber das Camp froehlich huepfenden Wallabies und
Kangaroos. Verschiedene Voegel laufen und fliegen herum. In der Nacht
sausen Fledermaeuse ueber uns und quietschen, Dingos heulen. Um das
Zelt rum raschelt und huepft es. Wallabies inspizieren den Zeltplatz
genauer... Wildernessfeeling.

Der naechste Tag steht ganz im Zeichen der Aboriginekultur. Nach
einem Cruise auf dem Maryriver-Billabong und diversen Freshie- und
Saltie-Sichtungen geht es weiter zu den Rockarts (Felsmalereien) in
Ubirr und Nourlangie (Kakadu-Nationalpark). 20 000 Jahre alte
Felskunst! Von Creationtime-Stories ueber Beobachtung von weissen
Geistern (=Europaern).

Das Wetter ist absolut drueckend. Wir verlieren das Wasser so, wie
wir es trinken... Es will einfach nicht in unsere Koepfe, dass das
die angenehmste Jahreszeit in Arnhemland sein soll...

Sonnenuntergang an Crocodile Dundees "Backyard", Nadab Lookout.
(Location fuer eine Szene des Films). Auf jeden Fall traumhafte
Aussicht (360 Grad) von den Felsen ueber die Suempfe auf die Regen-
und Eukalyptuswaelder North East Arnhemlands.

Nachtcamp in Jabiru, urspruenglich ein Camp fuer Minenarbeiter. Denn
mitten im Nationalpark haben die australischen Behoerden immer noch
die Rechte fuer den Uranium-Abbau. Kakadu ist naemlich auch reich an
Uranium - und dass ist ein fettes Geschaeft (200 Mio. jaehrlich)...

Am naechsten Tag gehts zu den Gunlom Falls, wo wir den ganzen
Vormittag voellig ungestoert verbringen. Wir klettern einen steilen,
felsigen Pfad nach oben, bevor wir oberhalb des Wasserfalls die Pools
erreichen. Einmalig. Planschen mit Aussicht.
Am Wasserfall selbst ist Krokodilgebiet - Baden verboten.

Den ganzen Nachmittag geht es zurueck nach Darwin. Ein Zwischenstopp
(Marc zuliebe) am "Didgeridoo"-Hut. Einem von Aboriginies betriebenen
Shop, wo man den Kuenstlern noch beim Bau zusehen kann. Aber kein
Didge fuer Monsieur dabei. Zurueck in Darwin. Gute Nacht.

Den ganzen heutigen Tag haben wir mit eMail schreiben verbracht :-).
Nein, nicht ganz. Marc hat heute zugeschlagen, und sein Djalu Didge
bekommen (*ApplausApplausApplaus* :-) ). Eine Stadttour durch die
drueckende Hitze und ein wunderbarer Sonnenuntergang am Strand waren
auch drin.
Jetzt warten wir auf das Airport Shuttle und bringen Euch auf den
letzten Stand der Dinge.
Morgen frueh sind wir zurueck in Sydney, wo es wohl kalt und stuermig
ist. Und ueberuebermorgen Mittag sind wir wieder bei Euch.

Wir sehen Euch in Deutschland,
Sanela und Marc